Carl Schmitt und Alte Männer heute

Von , am Sonntag, 24. Februar 2019, in Genuss, Lesebefehle, Politik.

Um heutige Herrschaftsausübung zu verstehen ist es – leider – notwendig sich mit der Figur Carl Schmitt zu beschäftigen. Das hat heute freundlicherweise der Autor Michael Reitz in der DLF-Reihe “Essay&Diskurs” getan. Unselige Kontinuität ist beängstigend wiederzuerkennen. Das legt den Schluss nahe, dass aus der Geschichte immer noch nicht ausreichend gelernt wurde. Symbolisch verdeutlicht: der laut ZDF beliebteste deutsche Politiker Wolfgang Schäuble empfiehlt die Lektüre eines Schmitt-Schülers. Was muss denn noch geschehen?
Das Klischee der alten weissen Männer ist ein Frame aktueller politischer Debatten. Nimmt Lernfähigkeit mit dem Alter ab? Nein, zuviele lebende Gegenbeispiele sind mir persönlich bekannt. Und diesen Mangel hat die politische Rechte nicht exklusiv. Sehr hübsch spielten das gestern die alten Männer der WDR-Mitternachtsspitzen, eine sehenswerte Ausgabe. Den Höhepunkt spielte dieses Mal eine Dame: Susanne Pätzold als Andrea Nahles, sehr authentisch ;-) (die Nummer startet nach Herbert Knebel, ab Minute 45). Aber was ist es, wenn es nicht das Alter ist?
Die Mehrheit hiesiger Zivilist*inn*en, das beklagt an diesem Wochenende die Wirtschaftspresse, ist finster entschlossen, den Ruhestand vorzeitig zu beginnen. Weniger als 10% wollen damit warten, bis sie das gesetzliche Rentenalter erreicht haben. Vernünftig, und Grüsse an Münte und die SPD. Wissenschaftliche Statistiken beweisen: am gefährlichsten (Gewalttaten, Unfälle) ist es zuhause; und das grösste Gesundheitsrisiko ist Arbeiten. 60-jährige heute haben noch viel vor – am wenigsten: den Jüngeren die Arbeit wegnehmen.

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