Big Pharma – wirksamer als Djihad-Terror

Von , am Mittwoch, 3. April 2019, in Medien, Politik.

Hierzulande wird wieder heftig über die Art und Weise des Organspendens diskutiert. Nicht wahrgenommen habe ich dabei die Diskussion des ökonomischen Hintergrunds der damit zusammenhängenden Geschäftsmodelle. Ich persönlich habe keine klare Vorstellung davon; unser Gesundheitswesen hat öffentliche und private Sektoren. Das entsprechende Beziehungsgeflecht und die Frage, wer welche Interessen verfolgt, erscheint mir undurchschaubar. Mir fehlt Vertrauen. Für meine Organe sollte ich Vertrauenerweckung schon erwarten können.
An dieser Stelle möchte ich erneut betonen: ich will damit niemand zu dieser oder jener Haltung zum Organspenden agitieren – ich schreibe hier über mich und meine persönliche Sicht.
Phönix brachte heute in einer Wiederholung einen Vierteiler von Al-Jazeera zur Geschichte der christlichen Kreuzzüge. Die teilweise säkulare Argumentation fand ich sehr zugänglich, und für einen katarischen Sender etwas überraschend. Möglich, dass die Produktion speziell an den “westlichen” Markt gerichtet war. Der djihadistische Terror, der das angeblich alles rächen soll, tut es nicht. Die meisten Todesopfer islamistischen Terrors sind Muslime. Und zwar solche, die von den Täter*inne*n als “Ungläubige” tituliert werden. Die Botschaft vom Missbrauch der Religion durch Interessenpolitik in dieser katarischen TV-Produktion trifft zu. Wie es heute politisch im “heiligen Land” aussieht, s. hier.
“Erfolgreicher” als jeder Djihad gegen westliche Machtzentren ist der herrschende Kapitalismus selbst. So wie Muslime massenhaft Muslime killen, bringt das Big Business in den USA seine Leute, und in diesem Fall hunderttausende weisse Trump-Wähler*innen, selbst um: mit Opioiden. Auch der (schwarze) Rockmusiker Prince soll zu ihren Opfern gehören, sein Selbstmord auf der Verwechslung von Schmerzmitteln beruhen. Und diese Arte-Dokumentation warnt davor, dass die Welle auch Europa schon erreicht hat.
Wo ist der Gesundheitsminister, der uns davor schützt und sich im Kampf dagegen profiliert?
Und wie gedenkt der bannig-stolze Vorsitzende des UN-Sicherheitsrat die humanitären Helfer*inne*n im Mittelmeer zu schützen, die zivile Miinderheit, die dort gegen die italienische Marine und die kriminelle Bande “libysche Küstenwache” dem internationalen Seerecht Geltung verschaffen wollen? Herrje sind das heuchelnde Jammerlappen ….

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