Der letzte integre DFB-FunktionÀr
Ein Fliegenschiss gegen das Ding in Malysia. Aber zunĂ€chst zur Kleinigkeit Deutscher Fussball-Bund (DFB). Oliver Fritsch/Zeit-online lĂ€sst dem zurĂŒckgetretenen DFB-PrĂ€sidenten Reinhard Grindel eine gerechte WĂŒrdigung zuteil werden. Vielsagend auch, was der letzte integre DFB-FunktionĂ€r Harald Stenger im DLF zu sagen hat.
Stenger war ein Journalistenleben lang ein Kind der Frankfurter Rundschau, in ihren letzten guten Zeiten. Als dieses Schiff bereits zu Sinken begann, kam der Ruf des DFB an ihr gerade recht. Dort diente er von 2001-2012, und hat wohl nicht nur mit gehorsamem Kopfnicken gedient. Stenger trifft eine wichtige Aussage, die weit ĂŒber den DFB hinaus gilt: “und man muss vielleicht auch fragen, ob das ein gesellschaftliches PhĂ€nomen ist, dass sich viele Leute einfach zurĂŒckziehen, weil sie von Intrigen oder hoher Belastung oder was immer die Nase voll haben.” Exakt. Das gilt fĂŒr ihn und seine eigene Zeit beim beim DFB; und ich kann es nachvollziehen fĂŒr meine 10 Jahre bei der GrĂŒnen Ratsfraktion Bonn. Seine Aussage von der “hohen Belastung” betrifft nicht die viele Arbeit, sondern in erster Linie die Intrigen.
Widersprechen möchte ich Stenger in seiner Personalspekulation Metzelder. Wenn der Mann ernsthaft ĂŒberlegt, bei S04 unter Clemens Tönnies anzutreten, kann es um seine UrteilsfĂ€higkeit nicht gut bestellt sein. FĂŒr jede in der Diskussion befindliche Personalie wird es ein schwer ĂŒberwindliches Problem sein, dass DFB und DFL “erst ihre Strukturen” neu ordnen wollen, und dann eine GrĂŒssaugust-Figur zum ReprĂ€sentieren suchen. Gewollt satirisch-lustig, im Kern aber weniger abewegig, als es aussehen soll, brachte Arno Orzessek/DLF-Kultur gestern Claudia Roth ins Spiel, die nachweislich nicht nur viel vom Fussball, sondern auch vom DFB versteht. Ausserdem ist es immer eine starke Waffe, unterschĂ€tzt zu werden. Meinen Segen hĂ€tte sie. Aber es ist kaum vorstellbar, dass die Not beim reaktionĂ€ren DFB schon so gross ist. Vielleicht wollen und sollten sie es lieber mal mit leicht steuerbarer “KĂŒnstlicher Intelligenz” versuchen …

Malaysia – mal ein fetter Skandal

85 Mio. deutsche Bundestrainer*innen sind wir, und jetzt sicher auch nicht wenige Millionen DFB-PrĂ€sident*inn*en. Damit können wir uns monatelang beschĂ€ftigen. Aber schauen Sie mal hier, was in Malaysia los ist: die prozessieren nicht um 75.000 und eine Uhr, sondern um mickrige 10 Mrd. DafĂŒr werden auch schon mal Menschen ermordet oder Flugzeuge zum Absturz gebracht (dieses und dieses z.B., beides unaufgeklĂ€rt). Christoph Hein/FAZ schaffts ins Kleingedruckte des Wirtschaftsteils. Kennen Sie grĂŒndlichere Berichte im deutschen Sprachraum? Und warum nicht?