Satire am Ende

Von , am Sonntag, 5. Mai 2019, in Medien, Politik.

mit Update
Das Zentralorgan der deutschen Arbeiterbewegung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ist nach Kräften bemüht, und Betriebsräte der kriminellen Vereinigungen, die in der Öffentlichkeit unter dem Begriff Autokonzerne zusammengefasst werden, lassen sich bereitwillig von ihr dazu benutzen, den auch in diesem Blog schon etwas herablassend behandelten jungen Sozialisten Kevin Kühnert als “Arbeiterschreck” zu charakterisieren (nur für die Reichen, hinter Paywall). Doch in der Disziplin derartiger Diffamierungen wollen sich die Sozialdemokraten von niemandem übertreffen lassen.
So titelt faz.net also in seinem Politikteil mit “Kühnert torpediert unseren Wahlkampf”. Das soll eine gewisse Katrin Budde gesagt haben. Katrin wer? Ich habs herausgefunden. Wikipedia – wie zuverlässig mag es sein? – bezeichnet sie als “dem linken Parteiflügel” angehörend. Wie erfolgreich waren Frau Buddes Wahlkämpfe, als noch niemand diesen Kühnert kannte? Auch dazu gibt Wikipedia Auskunft. Haben Sie es fertig gelesen? Haben Sie dabei die rote SPD-Säule gefunden? Knapp, aber dann doch? Und: was fällt Ihnen dazu noch ein?

Expertenurteil von Sigmar Gabriel

Der andere Protagonist in dem faz.net-Aufmacher ist der gegenüber Frau Budde etwas bekanntere Sigmar Gabriel. Der ist wahrlich für ziemlich Vieles bekannt. Nur Wahlsiege waren noch keine dabei. Und was ist sein schärfster Vorwurf gegen Kühnert? “Methode Trump”! An Trump habe ich mit 90% aller Deutschen und auch Gabriel gemeinsam eine unübersehbare Menge auszusetzen. Bedauerlicherweise steht eine seiner Eigenschaften keinem Meinungsstreit offen, weil es ein Fakt ist: er war ein Wahlsieger!
In so einer Lage der Diskursfakten verzweifeln die Berufs-Satiriker, schmeissen ihren Job und werden Politiker. Denn die sind es, die ihnen alles wegnehmen, womit sie bisher ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten. Und dann quengeln ausgerechnet diese Politiker*innen wieder, dass die ihnen Wähler*innen*stimmen wegnehmen. Herr Semsrott bietet sich als Repräsentant des weissen Mannes in seinem letzten Verzweiflungskampf gegen die Übermacht von Schwarzen und Frauen an – eine erfolgversprechende realistische Strategie, von der Frau Budde noch was lernen kann.

Es geht auch ernsthaft

Wenn Sie diese Albernheiten anöden, haben Sie mein volles Verständnis. Es gibt auch ernsthafte Auseinandersetzungen mit dem Privateigentum an Grund und Boden, mit der angeblichen Marktwirtschaft von Immobilien, z.B. diese ARD-Reportage aus Amsterdam. Wer danach bessere Ideen als Kühnert hat – bitte! Immer geradeaus heraus damit.

Update: Seesslen entschlüsselt Thunberg

Es ist so besonders, dass ich aufmerke: die Jungle World hat einen Text offen online gestellt. Georg Seesslen hat das politische und mediale Phänomen an Greta Thunberg entschlüsselt. Ein kluger Mann über eine kluge Frau. Nach dem Lesen war ich mir sicher: Kühnert hat es auch gelesen.

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