Ist es das, was Trump bewirken soll?
Die SPW-Wissenschaftlerin Azadeh Zamirirad erklärte vor einigen Tagen im DLF-Kultur, so dass es auch Mr. Trump verstehen müsste, den Konflikt, den diverse Staaten und Staatenbündnisse mit dem Iran haben. Der Regime Change, den Scharfmacher John Bolton angibt anzustreben, wird dabei nicht das Ergebnis sein. Ich halte die Intelligenz des Regimes und des Präsidenten selbst für unterschätzt – sie spielen für ihre Anhängerschaft primitive Rollen, vollziehen aber als Ausführende tiefere strategische Interessen, die sie öffentlicher Debatte nicht aussetzen wollen. Was nämlich in Iran sehr gut möglich ist, und vielleicht das heimliche Ziel sein könnte, ist ein Regimewandel hin zu mehr Konfrontation nach aussen und Islamo-Faschismus nach innen.
Je nach konkreter Entwicklung käme dann ein Militärschlag gegen iranische Atomanlagen in die engere Wahl der Optionen, Ausführung durch Israel oder die USA selbst. Selbst wenn es so weit nicht kommt, wird es ausreichen, dass auch Saudi-Arabien dann ins atomare Wettrüsten einsteigt; an der Finanzierung wird das nicht scheitern. Der Prinz mit den Überschüssen an Testosteron, Mordlust, Zerstörungswut und vor allem Grosskapital hätte eins seiner wesentlichsten Lebensziele, den Aufstieg in die Liga der Atommächte, endlich erreicht.
Das könnte Trumps Auftrag sein. Von den Saudis finanziell aus seinen unternehmerischen Klemmen befreit, den US-Rüstungskonzernen fette Exportaufträge verschafft, wäre das seine Präsidentenleistung gegenüber seinen Auftraggebern. Weiterverbreitung von Atomwaffen – gibt es aus US-Perspektive einen schlimmeren Landesverrat? Mal ein wirklich guter Grund für eine Amtsenthebung – oder spätestens eine strafrechtliche Aburteilung nach seiner Abwahl.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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