Grüne Geschichtsschreibung / Medienkonzern-Gemetzel

Von , am Donnerstag, 18. Juli 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Grünen werden derzeit von neuen Mitgliedern überlaufen, dass es viele von ihnen schon ängstigt. Nehmen die Neuen ihnen die Partei weg? Möglich ist das. Wer inhaltlich schwach genug auf den Beinen ist, kann davon weggepustet werden. Es wäre nicht das erste Mal. Es werden nicht Viele unter den Neuen sein, die sich für die Vergangenheit der Grünen interessieren, einige Wenige aber vielleicht doch. Sie könnten sich, statt dicke Bücher kaufen und lesen zu müssen, bei diesem Online-Vierteiler von Michael Jägerhier hatte ich diesen Autor schon erwähnt – bedienen. Ich würde einige Details anders sehen (ich bin seit 1989 Mitglied), aber die Grundzüge erscheinen mir als Versuch einer unabhängig-kritischen Geschichtsschreibung okay, und der Schluss enthält gute Anregungen für die gegenwärtige Debatte: wie würde sich eine grüngeführte Bundesregierung zwischen Grosskapital und ihrer eigenen gesellschaftlichen Basis positionieren? Wie gross wird die Differenz zwischen Wählerinnenerwartung und Regierungspraxis ausfallen? Sehen Sie nur mal hier, ein Bahnbeispiel aus Baden-Württemberg mit einem Verkehrsminister der vom linken Grünen-Flügel kommt, zwischen den Rädern.

Armageddon auf dem Medienmarkt?

Auf dem globalen Medienmarkt steht eine grosse Schlacht aller grossen Dinosaurier bevor. Netflix könnte dabei unter die Räder kommen, aber mit Sicherheit nicht allein. Da fahren mehrere grosse Tanker frontal aufeinander zu. Und es werden noch einige dazu kommen, die deutsche Telekom und Vodafone z.B.. Ich habe noch keinen Streamingdienst abonniert. Angesichts dieses Szenarios kann ich trotz meines hohen Alters noch das eine oder andere Jahr abwarten. Ich werde ganz gewiss nicht meine Film- und Serienvorlieben aus zahlreichen Abodiensten zusammensuchen und vor allem: bezahlen. Was derzeit geboten wird, und noch radikal ausgebaut werden soll, der Existenzkampf proprietärer Systeme gegeneinander, ist in erster Linie eine Megaförderprogramm für gemeinnützige Piraterie und Schwarzmärkte – nur die Doofen werden bezahlen. Wenn es keine öffentliche Plattform gibt, auf der ich mir flatrate-inklusiv das holen kann, was ich will, egal wers produziert hat, dann falle ich aus der Zielgruppe und sage: tschö, ich brauch’ das nicht zum Wohlbefinden. Sauft halt ab, wenn ihrs nicht anders wollt.

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