Raus aus dem Katastophenmodus

Von , am Mittwoch, 7. August 2019, in Lesebefehl, Medien.

Mein neuer Star der Aufklärung und Vernunft heisst Dr. Maren Urner. Sie ist Dozentin an der Hochschule für Medien und Wirtschaft in Köln und ich habe “bei Lanz” miterlebt, wie sie nicht nur psychologisch-wissenschaftlich die Manipulation von Gefühlen durch bunte Bilder statt klare Buchstaben erklärte, sondern auch vom Standpunkt eines unabhängigen und einordnenden Journalismus die sensationsgeile, von Quoten und Superlativen getriebene Berichterstattung der asozialen und konventionellen Medien analysierte, die sich dabei einen Wettlauf liefern. Lieber Bullshit als nichts berichten statt nachzudenken und zu recherchieren.

Dazu das Erlebnis, wie sie den Multi-Talkshow-Dampfplauderer und völlig überschätzten Welt- Krawallredakteur Robin Alexander sezierte und auf offener Szene mit messerscharfem Intellekt seine sensationslüsternen Methoden, Journalismus zu betreiben, herausarbeitete und entlarvte, das war ein Genuss, mitzuerleben. Alexanders K.O. war so offensichtlich, dass sich Lanz in seinem Schlußwort glaubte, nochmals für die “profilierten und journalistisch spannenden” Artikel Alexanders, die es selbst nachts immer gebannt lese, anschleimen zu müssen. Blattschuß, Frau Dr. Urner – Waidfrauensheil!

Aber auch Pia Klemp, eine der mutigen Kapitäninnen, von denen man sich wünscht, dass mehr davon im Mittelmeer stationiert wären, mischte die Runde gut auf.

Dr. Maren Urner: Schluss mit dem täglichen Weltuntergang – Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Hirne wehren. Erschienen bei Droemer 2019

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