30 Jahre “Neues Forum” – ich wars nicht

Von , am Dienstag, 10. September 2019, in Politik.

Aber verkehrt war es auch nicht
Bevor Nachfragen kommen. Der Mitgründer des Neuen Forums Martin Böttger, wohnhaft in der Ernst-Thälmann-Str., wie in diesem Tagesschau-Bericht gut zu erkennen, war ich nicht. Meinen unterzeichnenden Namensvetter habe ich allerdings Anfang der 90er persönlich kennen gelernt. Es war im Rahmen einer Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden von B90/Die Grünen im Haus Wittgenstein, der damaligen Bundesgeschäftsstelle in Bornheim-Roisdorf.
Ich weiss nicht, wie es ihm ging. Mir war dieser Martin Böttger sofort sympathisch. Er hatte im Westen schon zuvor eine gewisse Medienbekanntheit erlangt, weil er als bekennender DDR-Kriegsdienstverweigerer auftrat. Ich meinerseits musste 1975/76 noch ein entsprechendes Prüfungsverfahren mit mündlicher Verhandlung im Kreiswehrersatzamt in Essen absolvieren, das ich knapp mit 2:1-Richterstimmen gewann (der Streit nach der Verhandlung und vor dem Urteil war durch die geschlossene Tür bis auf den Flur zu hören). Schwein gehabt.
Das Neue Forum kam vor 30 Jahren wohl leider einige Jahre zu spät. Es hatte gute Ideen zur Demokratisierung der DDR. Aber selbst als es gesellschaftlich schon zu spät kam, erklärte die damalige Staatsmacht es für “illegal”.
Mein Namensvetter ist ein aufrechter, kämpferischer Demokrat geblieben und betätigt sich noch heute für das Martin-Luther-King-Zentrum in Werdau. Kompliment und Gratulation!

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