Britische “Elite” / Agrarlobby / Datensammler

Von , am Sonntag, 15. September 2019, in Lesebefehle.

Die Elitensysteme der kapitalistischen Länder unterscheiden sich zum Teil augenfällig. Wir Zeitgenoss*inn*en erleben ihren Zusammenbruch. Die Versuche der deutschen Sozialdemokratie, nur zeitweilig mit Unterstützung der FDP (1969-1982), das Klassensystem über die Öffnung der Bildungswege durchlässiger zu machen, ich selbst habe davon profitiert, hätten das System erhalten können. Das war nach 1990 nicht mehr gefragt.
Das vielleicht erste kapitalistische System, das jetzt Opfer dieses Untergangs wird, scheint das ehemalige Weltreich der Brit*inn*en zu sein. Vom Kontinent aus gesehen bleibt diese Lust am Untergang ein kulturelles Rätsel. Eine gute Erklärung bietet immer der Blick ins Innere, hier von Rea Eldem/taz aus dem Inneren von Cambridge. Jörn Schulz/Jungle World versucht derweil den rationalen Kern in der Strategie von Boris Johnson zu entdecken, und kommt ihm nach meinem Eindruck recht nahe.
Neben der Braunkohle könnte es die Agrarindustrie sein, die den Planeten ruiniert. Wissenschaftliche Erkenntnisse und ökologische Gesetzmässigkeiten werden von der herrschenden Politik ignoriert. Dass das so “gut” funktioniert, dahinter steckt ein effizientes Lobbysystem. Was vor einigen Wochen schon mal in einer gelungenen TV-Dokumentation erklärt wurde, fasst Susanne Aigner/telepolis zusammen (der Link zum TV-Beitrag befindet sich in ihrem Text).
Sibylle Berg/Sp-on nagelt die neue Macht des Kapitalismus, die Datensammelsysteme an die Wand. Gut gebrüllt.

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