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BVB: falsch eingekauft – aber danke!

In Deutschlands Fussballhauptstadt ist Krise. Vor der Saison haben alle businessbegleitenden Medien die GenialitĂ€t der Dortmunder Einkaufspolitik – im Gegensatz zu dem schlĂ€frig-gestrigen Kriminellen Hoeness – gefeiert: Paco AlcĂĄcer 20 Mio., Julian Brandt 25 Mio., Nico Schulz 25 Mio., Thorgan Hazard 25 Mio., Mats Hummels 30 Mio., zusammen weit ĂŒber 100 Mio. FĂŒr alle, die keine Ahnung von Fussball haben, ergab sich daraus rechnerisch zwingend: Meister wird nur der BVB.
Nach zwei 2:2s, eins bei Eintracht Frankfurt, eins gegen die einstige Spitzenmannschaft Werder Bremen, ist in Dortmund jetzt Krise. Platz 8 in der Bundesliga, 3 Punkte RĂŒckstand auf die Spitze, und die Blauen vor Schwatz-Gelb, das ist = Katastrophe. Wurde dafĂŒr das ganze Geld ausgegeben? Nach dem 6. von 34 Spieltagen muss geklĂ€rt werden, wer schuld ist. Die Voraussage fĂ€llt angesichts der “Mechanismen des GeschĂ€fts” nicht schwer. Wer in den Zeilen des inoffiziellen Pressesprechers der BVB-VereinsfĂŒhrung Freddie Röckenhaus/SZ zu lesen weiss, weiss Bescheid.
Wie immer sind die “Mechanismen des GeschĂ€fts” nie die Lösung, sondern Teil des Problems. Das Hauptproblem ist das niederschmetternde Gewicht des umlaufenden Kapitals. Die spielenden MulltimillionĂ€re sind jeder fĂŒr sich im zarten Alter von rund 20 Jahren (+ oder -x) Chefs von veritablen mittelstĂ€ndischen Unternehmen mit Millionenumsatz, mit Verantwortung fĂŒr ihre Familien und all die ArbeitsplĂ€tze, von denen sie durchgehend gepampert werden, um aufm Platz eine Topgladiatorenleistung zu bringen. In erster Linie mĂŒssen sie fĂŒr sich selbst spielen, möglichst gut und nicht schlecht aussehen – auf dem Feld, und davor und danach gegenĂŒber einer skandallechzenden Medienmeute. Nicht nur die Vereine unterhalten riesige Medienabteilungen, die Spieler mĂŒssen es auch.
Das Problem ist nun: bilden Sie daraus mal eine Mannschaft. Denn Fussball ist ein Mannschaftssport. Röckenhaus u.a. machen die Dortmunder Krise nun an verletzungsbedingten AusfĂ€llen von stabilisierenden Stars wie Hummels oder Witsel fest. Sicher sind erfahrene Spieler wichtig. Aber arbeiten sie wirklich fĂŒr das Team? Oder fĂŒr die Vorbereitung ihres Ruhestands? Markige InterviewsĂ€tze werden draussen gerne als Weckrufe von AnfĂŒhrern gefeiert. Die Innenwirkung ist in der Mehrheit der FĂ€lle das Gegenteil: wieder einer, der sich selbst vermarktet.
An der Formkurve des BVB-Einkaufes Thorgan Hazard in der Vorsaison bei Borussia Mönchengladbach war abzulesen, dass ein Transfer zu diesem Preis eine supergute Idee war. Auf der Ersatzbank in Dortmund sitzen schon die Ex-Gladbacher Schulz und Dahoud, Marco Reus dilettiert als “AnfĂŒhrer”. Und der Trainer, den sie jetzt bald fĂŒr extrem teures Geld werden abfinden mĂŒssen.
Der SC Freiburg ĂŒbrigens, “BayernjĂ€ger” fĂŒnf PlĂ€tze vor dem BVB, hat ein Gesamtaufgebot von 29 Spielern, deren Gesamttransferwert knapp die Höhe der diesjĂ€hrigen Dortmunder NeueinkĂ€ufe erreicht – und der Ersatzsspieler Waldschmidt (12 Mio.) ist da schon eingerechnet. Jetzt wird Christian Streich sicher bald ein Angebot aus Dortmund bekommen. Wenn er schlau ist, nimmt er an. Wenn er klug ist, lehnt er ab.

1 Kommentar

  1. Roland Appel

    Was Dortmund macht, geht auf niedrigem Niveau auch beim FC: Modeste ist wieder da, alles mögliche zusammengekauft und trotzdem kein Teamplay, aber immer gut gespielt, meint der Trainer. Da guck ich lieber Formel 1, da schießen sich die MillionĂ€re von Ferrari wenigstens selber ins Knie. Gacker !

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