Kriminalitätsexport vor Rechtsstaat

Von , am Montag, 21. Oktober 2019, in Medien, Politik.

weiter unten: Niggemeiers Döpfner-Abrechnung jetzt komplett online
Hier der aktuelle Wasserstandsbericht Thomas Mosers/telepolis aus dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Anis Amri und – mutmasslich – seinem Attentat am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016. Mosers Bericht legt zum einen nahe, dass entweder die Bundesregierung den Ausschuss strategisch belügen lässt. Oder die deutschen Sicherheitsbehörden von komplett unfähigem Führungspersonal mehr belastet als geführt werden, insbesondere ganz an der Spitze zuständiger Ministerien, dessen Oberster, Horst Seehofer, immer noch zügig zurücktreten muss.
Eine besonders schlechte Figur gibt in dieser Affäre die in Bonn geborene ehemalige Staatssekretärin (eine Frau!) im Bundesinnenministerium, und heute vermutlich ranghöchste deutsche Botschafterin, nämlich in den USA, Emily Haber ab. Ich spekuliere ganz frech, dass es in der ministeriumsinternen Aufarbeitung des Attentats so viel Stress gegeben hat, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht erquicklich gewesen wäre. Feuern einer beamteten Staatssekretärin ist nicht möglich – ausser als öffentlichkeitswirksame Staatsaffäre. Und Botschafterin in den USA ist doch auch ein schönwichtiges Amt.
Für sachdienlich halte ich ausserdem Thomas Mosers Hinweis auf den “Rechercheverbund” WDR/NDR/SZ. Er fesselt die ARD mehr, als er tatsächlichen Recherchejournalismus stärkt. Diese Kultur dürfte Georg Mascolo schon vom Spiegel mitgebracht haben: öffentliches Platzhirschgehabe statt Aufdeckung von Skandalen und Verschwörungen (ja, es gibt welche wirklich).

Niggemeier und Rosenkranz gegen die Zeitungsverlegerbande

Stefan Niggemeiers/uebermedien Abrechnung mit dem wirren Titelseitenaufsatz des Bandenführers der deutschen Zeitungsmilliardär*inn*e*n ist jetzt komplett offen online nachlesbar. Das ist inhaltlich schockierend genug, offenbart es doch eine bemitleidenswerte intellektuelle Armut bei denen “da oben”. Noch katastrophaler ist in meinen Augen, was Niggemeiers Kollege Boris Rosenkranz bei dem halben Dutzend übriggebliebener deutscher Zeitungs-Grossverlage als Reaktionen ermittelt hat. Es ist diese ökonomisch-egomanische billige Denkwelt deutscher Eliten, aus denen “Flüchtlingskrisen”, erwachender Neofaschismus, Sicherheitsskandale (s.o.) und – das immerhin halte ich für eine gute Seite – Zeitungskrisen dieser Verlage entstehen. Genau diese von Rosenkranz ermittelten sog. Haltungen sind es, die mich vor mehr als einem Jahrzehnt veranlasst haben, kein Zeitungsabonnement mehr zu behalten. Und gewiss auch kein digitales bei einer dieser Nullen abzuschliessen. “Vierte Gewalt”? Haben wir gelacht …

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