Bauern und Journalismus

Von , am Dienstag, 22. Oktober 2019, in Lesebefehle, Medien.

Vom Niedergang alter Traditionsberufe
Das ist das Schicksal einer Bundesstadt: die Luft in Bonn war heute Agrardiesel-geschwängert, mein Husten nahm zu. Die dümmsten Bauern fahren die dicksten Trecker. Wer Geld bezahlen kann, um mit seinen Mitgliedsbeiträgen die Gehälter der deutschen Bauernverbandsführung zu finanzieren, hat kein Mitleid verdient. Wenn Sie noch was zum Geschmackverderben brauchen, bitteschön hier ganz frisch.
Mehr Empathie habe ich mit Journalist*inn*en unter 50, die nicht wissen, ob sie ihre Familie bis zum Renteneinstieg finanzieren können. Mit dem alten Journalismus (Zeitungen, Radio, Glotze) geht es rasant bergab. Marcus Klöckner hat ein strenges Buch zum Qualitätsverfall geschrieben, sein Vorwort ist bei telepolis online.
Was ist der ökonomische Grund für den Qualitätsverfall? Josef-Otto Freudenreich/Kontext-Wochenzeitung beschreibt das anhand der SWMH, das ist die Konzernmutter von fast allen deutschen Tageszeitungen, die südlich des Main erscheinen, u.a. der Süddeutschen.
Derweil wird der Niedergang der Auslandsberichterstattung im Theater besprochen, der Berliner Volksbühne. Wenn die Moderatorin diese Anke Bruns ist, kann die Diskussion gelingen. Hinter ihrem Rockzipfel war ein mir sehr gut bekannter damals junger Mann her, als sie noch beim Münsteraner Stadtblatt arbeitete. So viel Erinnerung scheint es bei ihr nicht hinterlassen zu haben, weil es in ihrem Lebenslauf nicht erwähnt wird.
Ich wünsche gutes Gelingen. Denn guter Journalismus muss sich, will er konzernunabhängig bleiben (bzw. werden), völlig neu organisieren. Und dabei wohl ziemlich weit unten anfangen. Fragen Sie mal hier, wieviel Geld das einbringt.

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