Die Bahn und ihr grüner Strom

Von , am Sonntag, 12. Januar 2020, in Beuel & Umland, Politik.

Wundersame Bahn XLIII
Seit Jahren bastelt die Bahn an der Erneuerung der Dächer über den Gleisen des Bonner Hauptbahnhofs. Die Bahn ist ja bekanntlich neuerdings ganz grün, fährt angeblich mit “100 Prozent” erneuerbarer Energie. Stellt sich die Frage, wo sie denn soviel “grünen” Strom her bekommt. Bis vor kurzem war beispielsweise in ICE-Zügen in Richtung Berlin Werbung des RWE zu sehen. Ich habe die Bahn gefragt, woher ihr Strom kommt, über die Antwort werde ich berichten.
Gefragt habe ich auch, wo es bei der Bahn Photovoltaik-Anlagen gibt. Und warum es die in Bonn bisher nicht gibt, obwohl ein Großteil der Dächer über den Gleisen inzwischen erneuert wurden. Die Antwort des Bahn-Sprechers zeigt ein eher karges Ergebnis: “Derzeit gibt es eigenbetriebene Photovoltaikanlagen auf den Bahnhofsdächern der Bahnhöfe Berlin Hbf, Wittenberg-Lutherstadt und Horrem (NRW). Darüber hinaus ist das Fernverkehrswerk in Köln mit einer rund 2.100 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage ausgerüstet. Diese erzeugt ca. 300 Megawattstunden (MWh), die u.a. den Strombedarf der dort installierten Wärmepumpen deckt. Auch das Unterwerk der DB Energie in Karlsruhe erhält eine Photovoltaikanlage zur teilweisen Deckung des Eigenbedarfs.”
Das ist eine eher übersichtliche Bilanz in Sachen Photovoltaik…
Weiter heißt es: “Eine nachträgliche Installation an bestehenden Bahnhofsdächern ist eine enorme Herausforderung und bei laufendem Betrieb nur schwer möglich. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Dachflächen müssten, für eine optimale Nutzung, häufig gereinigt werden. Die Dächer sind während des laufenden Eisenbahnbetriebs nicht zugänglich.
Für den Einbau der Photovoltaikanlagen sowie für deren Reinigung wären Sperrpausen nötig – also Zeiten, in denen keine Züge fahren. Dies wäre wiederum mit Einschränkungen für die Reisenden verbunden. Darüber hinaus gibt es auch – wie im Fall Bonn – denkmalschutzrechtliche Gründe, die den Einbau von Photovoltaikanlagen bremsen.”

Interessant, die Bonner*innen wissen, wie lange die Dachrenovierung bereits dauert. An fehlender Bauzeit mit allen möglichen Gleissperrungen kann es nicht gelegen haben. Also habe ich einige Nachfragen an die Bahn gerichtet.
“Ihr Argument die Bestückung mit Photovoltaikanlagen sei ….. bei laufendem Betrieb nur schwer möglich finde ich angesichts der langen Sperrung einzelner Gleise und der extrem langen Bauzeit erstaunlich. In Bonn wird und wurde zum Teil ein komplett neues Dach über mehreren Gleisen errichtet. Wäre dort nicht eine zeitgleiche Installation einer PV-Anlage mühelos möglich? Und bereits möglich gewesen?
Sie schreiben weiter, die Dachflächen müssten, für eine optimale Nutzung, häufig gereinigt werden. Wie und wodurch unterscheiden sich PV-Anlagen auf Bahnhöfen in punkto Reinigung von PV-Anlagen auf anderen Gebäuden? Ist es nicht so, dass außer bei Viehställen bei hinreichender Neigung ab 12° – 15° ist i.d.R. – die Reinigungskraft des Regens ausreichend ist?
An anderer Stelle Ihrer Antwort heiße es: “Wenn Denkmalschutz und Statik es zulassen, kann so beispielsweise auf Hallen- und Bahnhofsdächer Strom erzeugt werden.” Meine Nachfrage: “wenn das so ist, warum hat die Bahn nicht schon längst genau das in die Tat umgesetzt?”
Auf die Antworten bin ich mal gespannt, für die Nachfragen habe ich fachliche Beratung in Anspruch genommen, denn ich kenne mich mit der Besonderheit von Viehställen und Neigungswinkel bei Solardächer selbst wirklich nicht aus.

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