Nutella und Erdogan

Von , am Donnerstag, 13. Februar 2020, in Genuss, Politik.

Kleiner Ernährungstipp für Kinder und ihre Eltern
Sind Sie besorgte Eltern, denen es Kummer bereitet, dass Ihr*e Kind*er zuviel Nutella fressen, bevor sie morgen wieder in den Klimastreik treten? Da habe ich was für Sie. Gehören Ihre Kinder zu denen, die lesen (nicht alle tun es!)? Auch lange Texte? Dann finden Sie hier die Rettung.
Lassen Sie Ihr Kind LeMonde diplomatique lesen. Nein nicht französisch. Gibt es auch auf deutsch, einmal im Monat. Erscheint morgen gedruckt. Aber das ist natürlich nichts für ein Kind. Gedruckte Zeitung, wenig Bilder, unendlich viele Buchstaben, kleingedruckt, dass es mir als Älterem Schwierigkeiten mit den Augen bereitet.
Die Nutella&Erdogan-Story gibt es auch digital, hier bei der taz frei zugänglich. Stefano Liberti schreibt nicht, wie Nutella-Hersteller Ferrero die Ernährungsgewohnheiten Ihres Kindes ruiniert. Sondern die Existenz kleiner Haselnussbauern mitsamt der Ökologie der jeweiligen Anbaugebiete – “bio” ist an Nutella nämlich nichts. Und der Besitzer Nutellas ist so nebenbei der reichste aller Italiener*innen geworden, kann sich also auch die meisten Politiker*innen kaufen, wie z.B. den grossen Führer der Türkei, Recep T. Erdogan, der ihm bereitwillig zur Hand gegangen ist, um seine Verhandlungsposition gegenüber den ursprünglich genossenschaftlich organisierten türkischen Haselnussbauern zu stärken, und sich und seinem Clan lieber selbst die Taschen voll zu machen.
Ich versichere Ihnen: wer das gelesen hat, der*dem schmeckt Nutella nicht mehr. Und wenn sie bei Ihrem Kind nicht durchdringen, kein Respekt vor den Boomern usw., seien Sie – als erster Schritt – einfach Vorbild. Das stärkt Ihre Verhandlungsposition bei Entscheidungen über Urlaubsreise oder Autokauf ;-)

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