Erneuter rassistischer Mord

Von , am Donnerstag, 20. Februar 2020, in Allgemein, Politik.

Was in Hanau in der vergangenen Nacht stattfand, war zweifelsohne ein rassistischer Massenmord. Der Täter hat heimtückisch aus rassistischen Motiven zehn Menschen abgeschlachtet und anschließend sich selbst getötet. Über seine Motive bestehen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden, keine Zweifel: Die Morde geschahen aufgrund eines rechtsextremen, rassistischen Weltbildes. Damit reiht sich der Täter in die Reihe rechtsterroristischer Anschläge der jüngsten Vergangenheit, dem Mord an Walter Lübke und dem Anschlag auf die Synagoge in Halle ein.

Alle Parteien außer der AfD haben heute auf die Gefahr des Rechtsterrorismus hingewiesen und mehr Wachsamkeit gegenüber den geistigen Ursachen gefordert, für die vor allem die AfD als Katalysator dient. Und die hat in Person ihres Fraktionschefs Gauland ihrer Rolle sofort alle Ehre gemacht. Der Täter sei offensichtlich ein “verwirrter Irrer” gewesen, so Gauland, von dem man sich fragen müsse, warum er frei herumlaufe. Mit Rechtsextremismus, Reden der AfD oder Rassismus habe das überhaupt nichts zu tun. Er spielt sie weiter, die Rolle des Verharmlosers und der verfolgten Unschuld. Nicht mal ein Fliegenschiss von Verantwortung, sondern ein großer, stinkender Haufen braunen Gedankenguts. Über 200 Tote haben rechtsextremistische Anschläge seit 1990 gefordert.

Was dieses Denken bereits bei Menschen angerichtet hat, bekam ein guter Freund heute morgen zu spüren, als er einer Patientin erzählte, was er gerade in den Nachrichten gehört hatte – von einem fremdenfeindlichen Anschlag in Hanau, dem elf Menschen zum Opfer gefallen seien. “Da leben ja aber auch so viele Ausländer”…war die Antwort, die ihn, wie er mir erzählte, erst einmal erstarren ließ, bevor er etwas entgegensetzte. Wir alle sind gefordert, etwas entgegen zu setzen. Jetzt. Hier. Heute und wohl noch sehr lang.

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