Sollte Ihnen der MedienlĂ€rm um das Virus zuviel sein, durchaus verstĂ€ndlich, dann lesen Sie bitte woanders weiter. Die Bundeskanzlerin riet gestern, wo möglich Sozialkontakte zu vermeiden. Daran werde ich mich nicht halten. Meine Sozialkontakte stĂ€rken meine Immunabwehr, daher wĂ€re das (fĂŒr mich) widersinnig. Ich muss dazu ergĂ€nzen, dass ich seit 3,5 Jahren nicht mehr angestellt arbeite. D.h. unerwĂŒnschte Sozialkontakte werden von mir schon lange vermieden. Die, die ich pflege, sind nur die, die mir guttun. Das wird sowohl von meinen Freund*inn*en und Bekannten als auch von meinem Arzt bestĂ€tigt.
Dass die Bundeskanzlerin das anders sieht, klar! Stellen Sie sich nur mal vor, wen die im Laufe ihres Tages alles trifft; da sind nicht viele dabei, denen ich gerne im Hellen begegnen wĂŒrde, da hĂŒlfe auch kein HĂ€ndewaschen. Viele Politiker*innen haben ihren Beruf ja nur ergriffen, weil sie möglichst viel weg von zuhause sein wollen. Damit machen sie sich selbst zu einer Hochrisikogruppe.
In der FR fand ich eben ein informatives Interview mit dem ehemaligen Betriebsarzt des Konzernfussballs in Leipzig und Hoffenheim. Es bestĂ€tigt, dass dort am Geld nichts scheitert. Den Fussballern werden nicht nur ihre Windeln hinterhergetragen, die bekommen auch nur das beste Essen und ausgesucht teure medizinische Betreuung. SelbstverstĂ€ndlich ist das den meisten von uns nicht vergönnt. Leistungssport ist auch viel zu gefĂ€hrlich und gesundheitsschĂ€dlich. FĂŒr uns Normalos bleibt aber richtig: kein schlechtes, nur Gutes Essen und Trinken. Nicht zuhause verrammeln und einsperren, sondern rausgehen, bewegen, insbesondere, wenn die Sonne lockt, aber auch wenn sie tagelang wegbleibt. Alles tun, was Sie gerne tun, alles vermeiden, was Sie belastet, reichlich schlafen! Dann steigt die Chance, ein Virus in Schach zu halten.
Damit will ich nicht argumentieren, dass “alles” von einem selbst abhĂ€ngt. Das wĂ€re neoliberaler Schwachsinn. Dass unsere Regierungen den Karneval laufen liessen, dass die Fussballoligarchen erst heute auf die Idee gekommen sind, ihren Virenverbreitungsbetrieb zu unterbrechen, das zeigt, wie ungeeignet und verantwortungslos sie ihrer gegenwĂ€rtigen Funktion gegenĂŒberstehen. Wenn erst kollektives Leben und Handeln wieder möglicher wird, sollten möglichst viele ihrer Funktion zĂŒgig entbunden werden.
Bis dahin gilt: Aufregen nur an Stellen, an denen es sich lohnt. Epidemie aussitzen, indem Sie möglichst gut auf sich selbst achten. Nicht Arbeitengehen, Schönes tun, Unschönes lassen. Bei Symptomen wird es schwer: Monitor zeigte einen Mann, der aus dem Risikogebiet Iran nach Köln zurĂŒckkehrte, und sich tagelang damit beschĂ€ftigen musste, endlich getestet zu werden. Wenn es dann “negativ” ist, umso schöner. Hier gilt: je weniger getestet wird, umso weniger Infizierte, aber umso mehr Tote. Nach der Devise verfĂ€hrt der weltbekannte Virologe Prof. Dr. Dr. Donald Trump (“Virologe” ist irgendwas mit Fernsehen; wenn Sie Gelegenheit finden klicken Sie mal hier in der taz-Wahrheit rechts auf die Spalte auf die Karikatur von Burkhard Fritsche – Gattin und Tochter des Herrn habe ich noch nie so schön gesehen – das stĂ€rkt Ihre ImmunkrĂ€fte!). SĂŒdkorea macht es anders: es testet viel, hat viele Kranke, aber die Todesquote so statistisch in den Promillebereich gedrĂŒckt.
Die gute Nachricht daran: wenn sie “positiv” sind, ist die Chance, dass es vorbeigeht, mehr als hundertmal grösser, als dass es Sie erwischt.