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Grundrechte in Zeiten von Corona

von Katika KĂŒhnreich
Nachbarschaftshilfe analog und digital

WĂ€hrend in diesen Zeiten viele digitale Angebote genutzt werden, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben, ist es gut, zwei Dinge zu beachten: Erstens, diejenigen, die analog leben nicht zu vergessen. So freut es, in Nachbarschaften auch Zettel mit Hilfsangeboten zu sehen.

Zweitens sollten wir bei aller Begeisterung ĂŒber die gefĂŒhlte NĂ€he, die uns digitalisierte Dienste bieten können, die dadurch verursachten Datenspuren nicht ĂŒbersehen, die meisten dieser Dienste entstehen lassen und die sowohl von Firmen als auch Staaten ausgewertet werden.

Zudem sind die meistgenutztesten Angebote leider oft von großen Plattformen wie Facebook, deren GeschĂ€ftsmodell leider Überwachung und Manipulation sind. Um diese nicht weiter zu unterstĂŒtzen finden sich unter Prism-Break viele Alternativen.

Daher ist die von außen verordnete Entschleunigung in unseren Leben auch eine Gelegenheit, sich mit datensparsamen und verschlĂŒsselten Diensten zu befassen. Denn auch unter den digitalen Hilfsangeboten gibt es wunderbare Beispiele wie nachbarschaft.care, der ROSA Reutlingen. Dort können sowohl Hilfebietende als auch Hilfesuchende digital zusammenfinden. Ganz ohne eine Technologiegiganten im Hintergrund.

Standortdaten als Infektionsschutz?

Wer in den jetzigen Zeiten nach einer stĂ€rkeren Nutzung der Daten, die durch unsere Nutzung der digitalisierten Dienste und unserer Standortdaten ruft, sollte dabei bedenken, dass Verfahren, die in Krisenzeiten eingefĂŒhrt werden, danach selten wieder zurĂŒckgenommen und verpackt werden.

Wir mĂŒssen aufpassen, dass uns die Abschaffung von Grundrechten nicht als einzige Möglichkeit im Umgang mit einem Virus verkauft wird. Denn nicht die Grundrechte haben die derzeitige Situation entstehen lassen, sondern ein Kaputtsparen der Gesundheitssysteme und eine Auslegung ebendieser Systeme auf Profit statt eine gute Absicherung von möglichst vielen zu erreichen. Ebenso waren es nicht die Grundrechte, die zu schlechten hygenischen Bedingungen an KrankenhĂ€usern und einer stĂ€ndigen Überlastung des Personals fĂŒhrten, sondern die genannte Auslegung auf Profit.

SolidaritÀt statt Vereinzelung

Gerade können wir lernen, die Vereinzelung, die uns als Individualisierung verkauft wurde und in die sich viele von uns in den letzten Jahren begeben haben, wieder zu verlassen und in Krisenzeiten an einem besseren realen sozialem Netzwerk zu weben.

Denn Facebook wird uns weder eine Suppe kochen, wenn wir krank sind, noch uns Klopapier vorbeibringen. Freundinnen und Freunde können dies hingegen schon, so lange sie sich noch bewegen können.

Dieser Beitrag ist eine Übernahme aus dem Blog der Autorin, mit ihrer freundlichen Genehmigung.

1 Kommentar

  1. Annette

    Vielen Dank fĂŒr diese Erinnerung an die Datenspuren und Anonymisierung. Ds vergißt man leicht, wenn man sich nur noch ĂŒber FB oder Skype unterhĂ€lt.

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