Die FR hört nicht auf. Viktor Funk berichtet über den Immunologen Stefan Hockertz. Der muss sich wg. seiner abweichenden Meinung sogar als AfDler beschimpfen lassen. Gehts noch? Ich habe mir sein Interview (12 min.) mit dem Berliner Privatsender rs2 angehört. So ähnlich klang nach meiner Erinnerung, was mir mein Arzt privat am Telefon vorgetragen hat. Das makaber-erregende daran ist nicht Hockertz, seine Sicht und seine ruhige Sprechweise, sondern, dass er als Arzt Abwägungen öffentlich vornehmen muss, auf die die herrschende Politik gegenwärtig meint verzichten zu können – in einer Mischung aus fachlicher Kenntnislosigkeit und willfähriger Folgebereitschaft gegenüber ausgewählten Wissenschaftler*inne*en, und Medien, die wie heute mittag z.B. der DLF-Interviewer Martin Zagatta in der Art der AfD-nahen Bild die Politik lüstern nach Volkserziehung und Kontrollwut vor sich her zu treiben versuchen (Beispiel: sein Interview mit dem Gesundheitsausschussvorsitzenden Erwin Rüddel, CDU). Herr Intendant, Herr Programmdirektor, Frau Chefredakteurin, diese Art “Journalismus” ist ein Ausschaltimpuls.
Zagatta und den meisten seiner Kolleg*inn*en fehlt jegliche “Ambivalenztoleranz”, die demokratisch jetzt lebenswichtig ist. und nicht die “verbreitete gesellschaftliche Destruktivität”, die uns u.a. diese Krise in ihren gegenwärtigen Ausmassen mitbeschert hat. Die Psychologin Christine Kirchhoff gibt in ihrem taz-Interview meine gegenwärtige Denkverfassung exzellent wieder.