Noch schlimmer: Indien – Weniger schlimm: China – nur spektakulĂ€r: Barca
Sind Despoten bessere Krisenmanager? Das sieht nicht so aus. JĂŒrgen Gottschlich/taz und Rainer Hermann/FAZ sehen Recep T. Erdogan als prototypisches Gegenbeispiel. Es wird noch einige Monate dauern, bis dauerhafte Urteile darĂŒber möglich sind. Es werden die WĂ€hler*innen hier wie dort sein, die sie fĂ€llen mĂŒssen.
Weit entsetzlicher als in der TĂŒrkei geht es in Indien zu, von einem nicht minder despotischen Narendra Modi regiert. Christoph Hein/FAZ versucht als Ostasienkorrespondent von Singapur aus EindrĂŒcke nach Deutschland zu vermitteln, und lĂ€sst dabei Arundhati Roy zu Wort kommen. Sabine Hein/FAZ schreibt von ebendort ĂŒber den indischen Konflikt um Corona-Tests. Nun ja, ich wĂŒrde mich auch gerne testen lassen, und wĂŒrde auch gerne Schutzmasken erwerben – und weiss auch nicht, wohin ich mich wenden könnte, ohne die Menschen zu belĂ€stigen, die sich stressbeladen um Wichtigeres kĂŒmmern mĂŒssen … Jammern auf hohem Niveau – auch bei Claudius Seidl/FAS ĂŒber das Wohnen der begĂŒterten MitteleuropĂ€er*innen.
Weit weniger – vor allem ökonomisch – katastrophal scheint es in China zuzugehen. Deutsche Minister/Industrielobbyisten fĂŒrchten schon, nicht nur mit Schutzkleidung, sondern auch mit Übernahmeangeboten zugeschissen zu werden. Sollten die genannten Zahlen stimmen, passen sie exakt in die Strategie des Regimes, nicht lĂ€nger als billige Werkbank fĂŒr die USA und Europa zu fungieren, sondern sich durch mehr Binnenmarktorientierung souverĂ€ner und stĂ€rker zu machen. Sie scheinen was das betrifft auf dem besten Weg.
Ein bisschen schadenfroh machen mich die Probleme des Softbank-Konzerns. Er war KonsortialfĂŒhrer fĂŒr anonymes Grosskapital, das uns mit Hilfe seines Agenten Gianni Infantino den Weltfussball stehlen wollte, in besseren Zeiten. Jetzt dagegen mĂŒssen wir mit solcherlei Unterhaltung bespasst werden. Barca kann halt nur spektakulĂ€r.