Küppi – Seesslen – Cantona
Wenn ich hier drei Männer empfehle, will ich nicht versäumen zu erwähnen, dass die Corona-Tagebücher in der 3sat-Kulturzeit, Dieter Botts “täglicher Sportschau”, die zuletzt von Damen aus Österreich und der Schweiz gestaltet wurden, immer absolut sehens- und hörenswert sind. Küppi hat heute (4 min.), in dieser Reihenfolge, die Gangster vom Pay-TV-Schuppen Sky und der deutschen Autoindustrie fachgerecht in den Senkel gestellt.
Georg Seesslen/taz macht sich Gedanken, ins Bild gesetzt als Fahrgast in einem auf freier Strecke angehalten Zug, über das, was von der Freiheit bleibt, die bisher ein “beängstigender Teil der Arbeit und … (ein) lustvoller Teil des Konsums” war. Das habe zu einem Parodoxon geführt: “Die freiesten Menschen der Welt leben in der unfreiesten Gesellschaft der Welt.” Er bleibt bei dieser Analyse – zumindest gedanklich – nicht stehen, sondern gibt eine Richtung an, in der weitergedacht und diskutiert werden müsse. Sehr konstruktiv und im Niveau nah am exzellenten Markus Gabriel.
Ein ganz anderer Typ, vor dem ich aber aufgrund seiner Lebensgeschichte nicht weniger Respekt habe, ist Eric Cantona. Heute ist er bei Arte zu bewundern (2. Teil nächste Woche, oder Mediathek). Erst an ihm als Schauspieler habe ich grösseres Interesse entwickelt, trotz meiner Fußballmacke. Nach meinem Gefühl wählt der Mann die Stoffe sehr streng und klug aus, die zu ihm passen. Darin steckt die Botschaft, die er transportieren will, und die ist – überwiegend, bei aller Grenzwertigkeit seiner Anfälligkeit zu Gewalt – nicht schlecht.