Attentatsvertuschung / Virus in Altersheimen / Fleischereisklaven / Rassistische Morde und der Widerstand
mit Update 4.6.
Thomas Moser/telepolis berichtet weiter aus den Untersuchungsausschüssen. Es verdichtet sich, dass der erschossene Anis Amri kein Alleintäter war, vielleicht noch nicht einmal der Haupttäter. Ein paar Zitatbruchstücke aus Mosers Bericht:
“vermeintlicher Attentäter”
“Teil einer Tätergruppierung”
“erster gesicherter Mittäter”
“So, wie es die Bundesanwaltschaft darstellt, … war es nicht.”
“… möglich, dass andere Personen im LKW saßen”
“Wie kann man eine Tür von aussen zudrücken und dann im Fahrzeug sitzen?”
“‘Wir haben keine Erkenntnisse, die Amri als Täter ausschließen.'”
“… als zweiter Spurenverursacher Amri ‘in Betracht zu ziehen'”
Asservat “im Armaturenbrett vor der Tachoanzeige” zweimal “übersehen”? – “Eine Manipulation kann nicht ausgeschlossen werden.”
“13 (offene) DNA-Spuren wurden u.a. in der LKW-Fahrerkabine und ‘vor dem LKW’ gesichert.”
“Von Amri ist nicht einmal bekannt, dass er einen PKW-Führerschein besessen hätte.” – hat er ein 40-Tonnen-Fahrzeug durch den Berliner Berufsverkehr gesteuert?
“300 mögliche Kontaktpersonen Amris in Deutschland. 43 wurden als ‘potentiell tatrelevant’ eingestuft.”
“Identität der V-Leute ungeklärt”

Update 4.6.: Ein exzellent-klares Interview zu diesem ganzen Problemkomplex gab Martina Renner MdB/Die Linke Jacobin.

Virus in Altersheimen

Liegt Teseo La Marca/telepolis richtig, dann waren die Insassen norditalienischer Altersheime dem Virustod bewusst oder fahrlässig ausgeliefert worden. Wenn es nicht dieses Virus gewesen wäre, hätte es auch ein anderes “erledigen” können, weil das – “Pflegesystem” wäre zu beschönigend – weil das Verwahrsystem es darauf abgesehen hat.

Fleischereisklaven

Ganz ähnlich beschreibt es der katholische Pfarrer Peter Kossen für die Arbeitssklav*inn*en in der deutschen Fleischindustrie. Von ihm stammt der Horror-Begriff aus der Überschrift dieses Textes, hier im Jacobin-Interview mit İlker Eğilmez.

Wieso die USA brennen

Das analysiert Jacobin-Redakteur Loren Balhorn. Das beunruhigende an seinem Text ist die fehlende politische Orientierung, die er auf ebendiese fehlende Orientierung der US-amerikanischen Linken zurückführt. Insofern bestätigt er die Befürchtungen von Bettina Gaus. Wenn es hart auf hart um Männergewalt, Feuer- und Zerstörungskraft geht, wird der gewinnen, der die stärkeren Waffen hat. Die befehligt der Präsident. Wer der Mehrheit in den eigenen Reihen nicht Hoffnung sondern Angst macht, kann nicht gewinnen.
Update 4.6.: Lesen Sie zu diesem Thema auch Sascha Lobo/Sp-on und Wolfgang Storz/bruchstuecke.