Nach der Coronakrise wird es im deutschen Gespensterfussball weitere Vorstösse geben, die Vereine und ihre Mitglieder abdanken, und sie durch Konzerne und Feudalclans (“Investoren”) enteignen zu lassen. Es wird argumentiert werden, dass es “jetzt in der Krise” nicht anders ginge, wenn “der deutsche Fußball” international (und vor allem gegenüber dem globalen Grosskapital) “konkurrenzfähig bleiben” wolle.
Das ist eine Zwecklüge, um kapitalistische und politische Interessen besser durchzusetzen. Der lebende Beweis dafür ist der konkurrenzfähige Verein, Nr. 1 in Deutschland unter den konzern- und feudalismusunabhängigen, VfL 1900 Borussia Mönchengladbach. Sein Manager mit bayrischem Migrationshintergrund Max Eberl hat es dem Spiegel ein weiteres Mal erklärt.
Dieses Medieninteresse ist immer eine Gefahr für die Entwicklung und Erhaltung von Teamgeist in einer Mannschaftssportart – von Eberl gegenüber dem Spiegel professionell erkannt und gemeistert. Die Ausnahme des Interesses liegt daran, dass die Gladbacher Superfussballer heute im süddeutschen Raum gastieren. Spielausgang egal, unter heutigen Bedingungen sowieso. Wichtiger ist: dass der Verein so organisiert und gut geführt bleibt, wie er ist. Vielleicht noch einen Stuhl im Vorstand für Lucien Favre dazu stellen.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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