In seiner wie immer bemerkenswerten Altpapier-Kolumne (MDR) gibt René Martens zwei aussergewöhnlich sachdienliche Hinweise, die ich sonst nicht gefunden hätte.
Die Drehbuchautorin Sandra Beck beleuchtet bei 54books.de, eine Seite, die ich bisher nicht kannte, die falsche weil einseitige Perspektive traditioneller Krimierzählungen “Die zwei Seiten von Law & Order – Über die kulturelle Diskrepanz von Bildern”. Aus der Rezeption dieser falschen Erzählungen ergeben sich die Einstellungen zu Polizei und Verbrechen, und der Glaube daran, was die Wahrheit, was Nebensache, und was Unwahrheit ist. Das ist in hohem Masse politisch relevant.
Nicht minder sachdienlich ist Martens’ Hinweis auf eine weitere Veröffentlichung des Regensburger Rechtswissenschaftlers Henning Ernst Müller, zum heute längst vergessenen und faktisch in Luft aufgelösten sog. “BAMF-Skandal”, in der “Beck-Community” des gleichnamigen Verlages. Als der “Skandal”, der in erster Linie ein Skandal des Bundesinnenministers Seehofer in seinem Untergrundkrieg gegen die Bundeskanzlerin war, noch Schlagzeilen machte, hatte der gleiche Autor an gleicher Stelle eine wertvolle inhaltliche Analyse geliefert.
Seinerzeit bat ich den Beck-Verlag um Genehmigung einer Nachveröffentlichung der wertvollen Arbeit Müllers, selbstverständlich mit Quellenangabe und Verlinkung. Der Verlag lehnte ab. Er reiht sich damit in die Strategie zahlreicher Verlage ein, Informationen nicht zu verbreiten, sondern zu verknappen. Gerade in diesem Fall eine Sünde gegen demokratische Hygiene.