Die ErnĂ€hrung – der Impfstoff – das Entertainment
Der Kollege Frank Patalong, langjĂ€hriger Ressortleiter Netzwelt bei Spiegel-online, lebt hier um die Ecke in Siegburg. Er hat bei seinem alten Arbeitgeber eine kompakte Geschichte der Industrialisierung menschlicher Landwirtschaft abgeliefert. Der Philosophie, die bei ihm nur ein wenig durchschimmert und sich etwas leichtfertig auf Malthus stĂŒtzt, traue ich nicht ĂŒber den Weg. Das in-Erinnerung-rufen, welche bahnbrechenden technologischen Revolutionen zum heutigen Zustand fĂŒhrten, ist aber angebrachte Weiterbildung. Oft verbirgt sich in solche Beschreibungen ein heimlicher ideologischer Determinismus, als wenn “alles” so hatte kommen mĂŒssen, und ebenso unbeeinflussbar gesetzmĂ€ssig weitergeht. Diese Sicht ist definitiv falsch. Vieles kann, nichts muss. Was sich durchsetzt, und was besser nicht, unterliegt keinen Automatismen irgendeiner (menschlichen) Natur, sondern muss gesellschaftlich ausgehandelt werden. Frau und man nennt es Politik.

Impfstoff?

Kein Naturgesetz schreibt vor, dass der Impfstoff gegen das Coronavirus Covid-19 in einem globalen Konkurrenzrennen diverser Konzerne und nationaler Volkswirtschaften gefunden werden muss. Alternativen wĂ€ren möglich. Durchsetzen tut sich, weil die Herrschenden der meisten LĂ€nder es so wollen, das kapitalistische Prinzip. Wer ihn nicht nur erfindet, als wirksam nachprĂŒfbar getestet, sondern dann auch politisch und marketingstrategisch global durchzusetzen weiss, kassiert als Gewinn exorbitante private Profite fĂŒr sich und seine AktionĂ€r*inn*e*n, welche ihrerseits keine identifizierbaren Personen, sondern anonyme Kapitalsammelkonglomerate/Investmentfonds sind. So werden nicht nur in der Viruskrise, sondern auch in ihrer BewĂ€ltigung, die Reichen noch reicher. Und die ohne Krankenversicherung mĂŒssen zur Not eben sterben. Neu ist die Verschiebung der globalen MachtverhĂ€ltnisse weg von dem, was einst “der Westen” genannt wurde. Zumindest publizistisch hat sich beim Impfstoff Indien und der Konzern Bahrat Biotech in die Spitzengruppe geschoben.

Entertainment-Krise

7 Mio. sollen gestern ein sog. “Pokalfinale” in der ARD geglotzt haben, halb so viele wie vor vier Jahren. “Gepflegte Langeweile” war noch das Freundlichste, was darĂŒber geschrieben wurde. Es gewinnen ja immer die gleichen Konzerne, sogar bei den Frauen. Ob die 7 Mio. wachgeblieben sind, wurde nicht ermittelt, obwohl das ja heute technisch kein Problem mehr wĂ€re. Es wĂŒrde ein GeschĂ€ft stören, das schon am Boden liegt. Da tritt mann nicht drauf.