20.000 Vermisste – jeht uns am asch’ fobey
Marc Pitzke/Spiegel beschreibt in spiegeltypischer Epik die Festnahme von Frau Maxwell, die derzeit viele gerne festnehmen würden. Das FBI war schneller. Pitzkes Schilderung weist allerdings nicht das geringste Indiz auf, dass Frau Maxwell sich versteckt habe. Im Gegenteil deutet die Wahl ihres angeblichen “Verstecks” darauf hin, dass sie sich, vermutlich zu ihrer eigenen Sicherheit, festnehmen lassen wollte. Wenn sie umsichtig ist, was bei ihrer langjährigen Zuhälterinnentätigkeit eine Schlüsselqualifikation ist, hat sie sich um ihren Schutz bereits gekümmert. Es werden Mächtige sein, die darauf achtgeben, dass die Dame nicht das Falsche singt.
Eine hübsche und durchaus politisch relevante Geschichte für jede Menge Klicks. Darauf wird der Dortmunder Aktivist Laurenz Nurk/telepolis wohl verzichten müssen. Er hat eine Bilanz zum Verbleib minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland zusammenrecherchiert, und kommt zu dem Ergebnis, dass in unserer weltweiten Hochburg preussischer Bürokratie rund 20.000 Menschen spurlos verschwinden können. Sie sind dem real existierenden preussischen Rassismus nämlich scheissegal. Sicher, es darf gehofft werden, dass die Mehrheit von ihnen nicht gekidnappt und zwangsprostituiert wurde. Obwohl: niemand weiss es, möglich ist es … Das zu erforschen wird niemand mit Kapital finanzieren wollen. Überflüssige sind am besten unsichtbar.
Das Beste, was ich über den Bundeswehreinsatz in Mali weitergeben kann, ist, dass sie in dieser politischen Bestandsaufnahme von Bernhard Schmid/telepolis nicht wirklich vorkommt. Seine Nachrichten sind auch ohne schon schlecht genug.
Evangelikale Fundamentalist*inn*en, Pfingstkirchen und ähnliche Sekten verschiedenster Ausprägung haben bereits nicht wenige Regierungen dieser Welt erobert, darunter Brasilien und das (noch) mächtigste Land der Welt USA. Von dort aus werden besonders perverse Verbrechen im Namen des “Lebens” vorangetrieben: der weltweite Krieg gegen die selbstbestimmte Frau. Opfer sind nicht nur die erwachsenen Frauen, sondern auch solche, die noch als Kinder zu betrachten sind, aber schon schwanger werden. Haben Sie schon mal von “Mexico City Policy” gehört? Ich würde da an mexikanische Kommunalpolitik denken. Es geht aber um den imperialistischen Vernichtungskrieg gegen die selbstbestimmte Frau, und zwar nicht nur innerhalb der USA, sondern viel wirkungsvoller überall auf der Welt, wo US-amerikanisches Kapital von Bedeutung ist. Also überall. Darüber klärten Bettina Rühl und Arnd Peltner in dem DLF-Feature “Bittere Pillen für Afrika” auf. Hammer, da wachsen im Inneren Terrorismusfantasien. Aber kühl durchdacht hilft nur eins dagegen: praktizierter Feminismus. Zur in dem Feature erwähnten internationalen NGO “Marie Stopes” gehts z.B. hier entlang.