Nahost: alle gegen Erdogan?
Die Wirecard-Affäre hat eine merkwürdige Art zu köcheln. Mehrmals wöchentlich werden kleine und grosse Hinweise durchgestochen. Das Interessengeflecht ist unübersichtlicher, als es selbst die Profis erfassen können. Wolfgang Michael/Freitag versucht es ganz sachlich. Aber die Story, die von uns Normalos noch niemand kennt, hat viel mehr Potenzial. Es geht nicht ums Ganze, aber doch sehr, sehr viel. Die Herrschenden aller Länder, sie hassen sich “rechtschaffen” gegenseitig, und trauen sich nicht über den Weg. Realist*inn*en. Nun gibt es auf den Philippinen einen “Wirecard”-Toten, das Spiegel-eigene Manager-Magazin überbringt die Sache. Wer will wem damit was zeigen? Das wissen die Überbringer*innen entweder selbst nicht, oder wollen es nicht “voreilig” verraten. Es soll noch der Kapitalvermehrung dienen.
Recep T. Erdogan ist kein Diplomat, das weiss jedes Kind. Dass er darum ein schlechter Aussenpolitiker ist, ergibt sich daraus logisch, ist aber weit weniger Menschen präsent. Sein Land macht er damit nicht stark, sondern schwach. Das wird aber frühestens nach seinem Ableben in Schulbüchern stehen. Vergleichen Sie es nur mal damit, wie lange das beim deutschen Kaiser Wilhelm II gedauert hat. Im Nahen Osten, in dem sich tragischerweise sehr viele Interessen gegeneinander bekriegen, schiebt sich ein arabisches Bündnis gegen das Erdogan-Regime zusammen. Sympathieträger*innen kann ich in diesem Bild keine entdecken. Realpolitik.
Hat das was mit Beirut zu tun? Gute Frage, weiss ich auch nicht.