von Ulrich Horn
Nun ist auch US-Präsident Trump Opfer seiner Politik geworden. Er hat das Corona-Virus heruntergespielt und zu dessen Verbreitung beigetragen. Wie viele Menschen könnten noch leben, wenn er die erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen das Virus nicht immer wieder diskreditiert hätte?

Ungebremst und unkontrolliert

Auch dass er selbst von ihm betroffen ist, hat er seinem fahrlässigen Umgang mit ihm zu verdanken. Besorgniserregend ist, dass Trump wider besseres Wissen handelte.

Doch das ließe sich noch ertragen. Ignoranten finden sich schließlich in allen Lebensbereichen, auch in der Politik. Schlimmer ist, dass seine Unterstützer in der republikanischen Partei seine destruktive Pandemiepolitik mittragen.

Sein Lager bremst und korrigiert Trump nicht, weil es sich von seinem Vorgehen den Machterhalt verspricht. Das Ergebnis ist verheerend.
Eingeschränkt und verharmlost
Die Zahl der Corona-Opfer in den USA spricht Bände. Sogar in der Machtzentrale der Weltmacht, dem Weißen Haus, grassiert die Pandemie. Trumps Mitarbeiter sind vom Virus befallen. Wie viele Menschen er angesteckt hat, ist noch gar nicht absehbar.

Deutlich ist bereits: Trumps Handlungsfähigkeit ist eingeschränkt. Er und sein Apparat versuchen vergeblich, seinen Gesundheitszustand zu verharmlosen. Mit diesem Versuch stellen sie die USA auf eine Stufe mit Diktaturen und Autokratien wie China, Brasilien, Iran, Russland und Ägypten.

Dass Trump die Behandlung im Krankenhaus bis zum Wochenende hinauszögerte und nun seinen Gesundheitszustand bagatellisiert, entspringt vermutlich der Sorge, die Börsen könnten am Montag einbrechen und seine Wirtschaftsbilanz vollends ruinieren.

Abgestürzt und entkräftet

Was Trumps Umgang mit der Pandemie für ihn und die USA bedeutet, die sich der Leitlinie „Amerika First“ verschrieben haben, ist das eine. Wie das Verhalten der Weltmacht auf den Rest der Welt wirkt, ist das andere.

Noch vor dem möglichen Absturz der Börsen an kommenden Montag ist an diesem Wochenende zunächst einmal das Ansehen der USA abgestürzt. Sie haben derzeit nicht die Kraft, Schutz- und Führungsmacht zu sein.

Was heißt das für Europa? Will es sicher sein, wird es nicht umhinkommen, die eigenen Kräfte zu mobilisieren. Das ist schon deshalb nötig, weil es nicht nur von außen, sondern auch von innen bedroht ist.
Dieser Beitrag ist eine Übernahme aus dem Blog des Autors, mit seiner freundlichen Genehmigung.

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Unter dem Namen "Gastautor*inn*en" fassen wir eine Reihe ganz verschiedener und oft unregelmäßig erscheinender Autor*inn*en und Quellen zusammen. Hierbei kann es sich um individuelle Personen, aber auch Institutionen handeln. Wir bedanken uns sehr für die freundliche Genehmigung zur Übernahme der Beiträge!