Und: wie lange darf die EU bei USA-China noch mitspielen?
Der DFB hat sich ein Jahrhundert lang an den Staatsschutz, ääh … den Schutz des Staates gewöhnt. Bei der Entnazifizierung ab 1945 wurde er grosszügig übersehen. Noch 1978 erbrachte er nicht nur argentinischen Faschisten seine Ehrerbietung bei der WM, er brachte sogar “eigene” Nazis ins Trainingslager mit. Mit dabei all die verdienten WM-Jungs von 1974, die von ihren Managern und Finanzbehörden vor allzu strenger Steuerveranlagung geschützt wurden. Es war ja alles für “Deutschland” – so wurde die damalige BRD genannt.
Und jetzt soll das alles illegal gewesen sein? Das von damals ist natürlich verjährt. Aber der ganze Apparat, das ganze System hatte sich an alles gewöhnt. Mann kennt sisch, mann hilft sisch. Was ist denn dabei. Die SZ-Kollegen Thomas Kistner, Klaus Ott und Jörg Schmitt sehen das sicherlich richtig, wenn sie hier einen tiefgreifenden Wandel identifizieren. Den kann ich nicht schlechtfinden. Oder Sie?
EU-USA-China
Nicht so sicher bin ich mir bei der geopolitischen Machtverschiebung zwischen den USA, China und der zunehmend desorientierten EU. Adam Tooze, wieder auf PR-Tour für ein mutmasslich kluges Buch, erklärt es so, dass es jede*r versteht. Wer immer sich bei den Grünen für das Auswärtige Amt warmläuft, muss das zur Kenntnis nehmen. Ich vermute schwerwiegende europäische Denkfehler in den Projektionen auf den hoffentlichen US-Wahlsieger Joe Biden. Wie wird er in die zahlreichen Vakuen wieder eindringen wollen, die der jetzige Amtsinhaber ihm hinterlässt? Das wird eher zu mehr als zu weniger Konflikten führen. Nur die Art und Weise ihrer Austragung könnte sich rationaler gestalten. Aber kaum weniger aggressiv.