Heute ist es aus ihm herausgebrochen. Klaus Hoeltzenbein ist Sportressortchef der Süddeutschen Zeitung. Die (und er) hat ihren Redaktionssitz in der gleichen Stadt im süddeutschen Raum, wie ein bekannter deutscher Fußballgrosskonzern, dessen Name hier nichts zur Sache tut. Hoeltzenbein lebt und arbeitet im Exil, mit all den Fährnissen, die damit verbunden sind. Würde er z.B. an diesem Ort in den Medienkrieg gegen den Fußballkonzern ziehen, wäre es seine Arbeitgeberin, die dabei den Kürzeren ziehen würde. Hoeltzenbein muss als Realo agieren. Doch heute brach es aus ihm heraus.
Niemand hat das Ereignis in der Ukraine bemerkt, niemand hats gesehen. Echtes Reisen und Zuschauen durch Fans ist verboten. Und ausgerechnet parallel zur Wahl des “mächtigsten Mannes der Welt”, die alle Aufmerksamkeit bindet – das hat durchaus ein ähnliches Format wie die lebensgefährliche Verletzung eines Roberto Boninsegna am 20. Oktober 1971. Das damalige 7:1 gegen Inter Mailand hat – ausser den 34.500 Menschen auf dem Bökelberg – auch keine*r gesehen. Eine TV-Übertragung scheiterte an einem Streitbetrag von – raten Sie mal den Betrag, ich schreibe ihn unten unter diesen Text.
Ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen, dass ich an jenem Mittwoch um 21.05 h “Sport und Musik” auf WDR2 einschaltete. Dort wurde ganz ohne Musik sofort zum Stadion geschaltet, aus dem ein völlig ausflippender und mit Trainer Hennes Weisweiler befreundeter Reporter und Jurastudent namens Heribert Faßbender den Spielstand von 6:1 meldete, und dann noch einen Elfmeter von Klaus-Dieter Sieloff zum 7:1 live auf dem Sender performen durfte. Ich zeichnete die Reportage auf einer MC auf. So ähnlich nun auch diese Woche in Kiew.
Der Faßbender von heute ist also Hoeltzenbein. Ich möchte seiner Würdigung gerne eine Erinnerung an Rolf Rüssmann hinzufügen. In den 90er Jahren sah ich ihn in der Kantine des NRW-Landtags. Er bemühte sich ums Lobbying und die Finanzierung des heutigen Borussia-Parks. Rüssmanns Managerzeit hatte Licht und Schatten. Aber ohne seine damaligen Weichenstellungen hätte die Borussia ihre folgenden Krisen nicht überleben können. Diese Saat hat Max Eberl optimal gepflegt und geduldig weiter aufgezogen. Dass die Ernte jetzt publizistisch kaum bemerkt wird, ist ein wirksamer Schutz vor den kreisenden Geier-Massen. Ein Glücksfall, dass sie in Dortmund, Gelsenkirchen und Köln derzeit ganz andere Sorgen haben; sie müssen Insolvenzen verhindern.
Kontrast Berlin
Oder Hertha BSC. In einer Stadt, in der die Eröffnung eines Flughafens zu einem Virusdesaster gerät, das selbst den Jung-Siegfried der CSU-Versagerriege in eine allzu kurze Quarantäne trieb. Lesen Sie mal, was bei diesem Abstiegskandidaten los ist, und vergleichen Sie. Ist es nicht ein Glück, dass diese Bekloppten-Herden uns in Bonn jetzt in Ruhe lassen?
Lösung: 60.000 D-Mark + MwSt.