Die DDR hat uns Gutes hinterlassen
Z.B. Charly Hübner und Andreas Dresen. Hübner glänzte in “Für immer Sommer ’90”, das er mitentwickelt, sich also selbst auf den Leib geschrieben hat. Allerdings nicht allein: es ist ein starkes Ensemblestück mit recht zahlreichen der starken DDR-Frauen, die sich im Business durchzusetzen wissen. Hübner ist der klassische Fall eines Erfolgs-Ossis. Er muss nicht auf Rollenangebote warten, noch nicht einmal in der Pandemie. Er macht sie sich selbst und kommt damit durch, in deutschen TV-Anstalten. Das ist an sich schon eine Kunst, weit vor Beginn der eigentlichen Dreharbeiten. In diesem Film, den die ARD-Mediathek darüber hinaus als Serie anbietet, kann er seine Lebenserfahrung einspielen. Und wir als doofes Westpublikum dürfen mitlernen.
Aus diesem Prinzip besteht und entsteht das Lebenswerk von Andreas Dresen, den ich als vielleicht besten deutschen Filmregisseur der Gegenwart sehr verehre. U.a. weil ich ihn bei einer Premierenfeier in Köln mal kurz persönlich kennenlernen durfte. Heute läuft auf One sein Film “Als wir träumten” von 2015, es folgt noch ein Wiederholungstermin (Freitag, 15.1., 23 h), leider ohne Mediathekangebot. Programmieren Sie also Ihren Festplattenrecorder. Es wird sich lohnen.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net