Meine FFP2-Maske
Nach dem neuerlichen Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsident*inn*en war ich mir verhältnismässig sicher: die Neuerfindung der FFP2-Maskenpflicht beim Einkauf und im ÖPNV, und das jetzt, könne nur daran liegen, dass ein Tuppes vom Södermarkus jetzt endlich seine Maskenfabrik fertiggebaut habe. Das widerrufe ich jetzt.
Vor knapp einem Jahr hatte ich in meiner Apotheke nach Masken gefragt. Sie hatten keine, und wussten auch nicht, wann sie welche kriegen. Mein Hausarzt hatte mir verraten, dass die Dinger in der Herstellung 60-80 Cent kosten. Ich habe mir dann Teurere gekauft, um eine kleine Schneiderei in meinem Stadtteil zu unterstützen. Später kamen weitere Stoffmasken zugunsten der Bonner Tafel und von Borussia Mönchengladbach hinzu, immer im klaren Bewusstsein, dass es Spenden meinerseits waren.
FFP2-Masekn wären damals schon, also vor einem Jahr, die wirksamere Lösung gewesen, aber für Unsereinen, den Plebs, gabs halt keine. Sie wurden von den Profis der Pflegeberufe benötigt. Sie bieten mehr Tragekonfort, das Beschlagen der Brillengläser wird erfreulich reduziert.
Und jetzt gibts genug, und die Kanzlerin und die MPs beschliessen nach dem Prinzip “Abwrackprämie”: Stoffmasken vorbei, jetzt neue Masken kaufen. Meine Apotheke hatte auch welche da: 3,90 €/Stück. Da müssen wohl viele von leben. Ein Tuppes von Södermarkus scheint bei meinen jedenfalls nicht dabei zu sein.
Als Herstellerfirma steht da sehr kleingedruckt (und kontrastarm in weisser Schrift auf hellblauem Hintergrund, darum ohne Gewähr für die Rechtschreibung):
Hersteller: Jiangsu Haitong Jiuzhua Ecology Technology Co. Ltd.
Adresse: No. 1530-1, Zhongwu Avenue, Changshou City, People Republic China
Importeur/EU-Repräsentant: Skymont Trading, International GmbH und Co. KG, Brieselang.
Brieselang liegt im schönen Havelland. Ein Tuppes von Angela Merkel? Naja, da in Brandenburg haben fast alle Hauptstadtpolitiker*innen ihren Landsitz.