Ich habe jetzt 2 Atemschutzmasken. Sie werden z.Z. von den Inhaber*inne*n der Polizeigewalt noch nirgends in Deutschland vorgeschrieben, aber seit heute “dringend empfohlen”. Sie schützen nicht mich, sondern (sollen) meine Mitmenschen vor meinen Viren schützen. Ob ich das Virus habe oder hatte, wer weiss das schon? Testkapazitäten? Ein weites Feld. Wenigstens habe ich rausgefunden, wo es in Beuel überhaupt welche gibt.
Am alten Momo-Standort, nur die Älteren kennen ihn: Friedrich-Breuer-Str. 35. In dem Lädchen rechts der Tür ist eine kleine Schneiderei. Dort habe ich 1987 Beratungen gegeben, für gefahrlose Beteiligung am illegalisierten Volkszählungsboykott (der Mitautor dieses Links, Klaus Pokatzky war übrigens mein Vorvorgänger in der WG im Bergweg/Beuel-Süd). Es war die Zeit, in der mich auf der Friedrich-Breuer-Strasse wildfremde Leute grüssten, von beiden Strassenseiten. Jetzt gibt es im gleichen Lokal Atemschutzmasken, selbstgenäht, 10 Euro/Stück. Ja, das ist ein Mondpreis – ich verstehe ihn als meinen persönlichen Beitrag zur Rettung des Beueler Kleingewerbes. Das Probetragen ergab: die Brille wird nicht beschlagen. Allerdings werde ich auch nicht verstanden, wenn ich durchspreche. Übungssache? Vielleicht. Es ist Symbolik, durch und durch. Medizinisch wirksam eher kaum bis nicht. Wenn es zur Vorschrift wird, in Läden, oder dem ÖPNV, bin ich jedenfalls gerüstet. Noch mehr Einschränkung meiner Bewegungsfreiheit würde mich zum Paranoiker machen. Da geht es mir ganz ähnlich, wie dem Ex-Stern-Redakteur Arno Luik; dass dessen Text selbst von einem linken Alternativmedium wie der Kontext-Wochenzeitung abgelehnt worden sein soll, schockiert mich.
Den Hinweis auf die Anbieterin der Masken verdanke ich Werner Koch. Er möchte gerne für die CDU der nächste Beueler Bezirksbürgermeister werden. Deswegen wählen werde ich ihn nicht, mein Kandidat ist Guido Pfeiffer. Aber nett wars trotzdem. Werner Koch ist derzeit Vorsitzender der Beueler Gewerbegemeinschaft, und ist nach meiner Email-Anfrage extra nachgucken gegangen, ob es die Masken dort gibt. Die Gewerbegemeinschaft war schon immer ein ganz wichtiges Ding für unseren Stadtteil und soll es auch bleiben.