Baerbock & Bayer-Baumann / American Agitator / Bild bei den MPs / Laschets reaktionäres Backoffice / Widerstand gegen Femizide
Annalena Baerbock tritt gelegentlich in Medien für Menschenrechte ein – die in Russland. Schön wäre, wenn sie das universell, und damit glaubwürdig, täte. Doch der Weg dahin scheint weit zu sein. Es ist ja eigentlich schon skandalös genug, dass multinationale Konzerne mit rheinländischem Unternehmenssitz, wie Bayermonsanto (Leverkusen) und Telekom (Bonn, als Konzernmutter von T-mobile) sich nicht schämen, für die Stürmer aufs Kapitol gespendet zu haben. Noch unschöner für mich als Mitglied der Grünen ist, wenn der taz-Leistungsträger in Landwirtschafts- und ernährungsindustrieller Berichterstattung Jost Maurin genüsslich einfliessen lässt, dass sich Frau Baerbock mit Bayermonsanto-Boss Werner Baumann getroffen habe. Was wiederum gar nicht so sensationell ist, da der Grüne Ex-MdB Matthias Berninger heute zu dessen – mittlerweile weit besser bezahlten – Angestellten gehört.
American Agitator
Jürgen Pelzer/Junge Welt macht auf die Neuauflage des Buches von Leo Löwenthal und Norbert Guterman: “Prophets of Deceit. A Study of the Techniques of the American Agitator” von 1949 aufmerksam. Im Februar ist bei Suhrkamp die Neuauflage der deutschen Fassung angekündigt. Pelzers Besprechung ist so ausführlich und gründlich (und verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv), dass sie wie eine gute Einleitung funktioniert. Es scheint sich um eine Doppelung des Vorgangs um Adornos Vortrag “Aspekte des neuen Rechtsradikalismus” zu handeln. Löwenthal und Guterman wären weder von Donald Trump noch von den Kapitol-Stürmern überrascht worden.
Bild-Abhängige
Da ich grundsätzlich keine Erzeugnisse des Springer-Verlages kaufe, meistens auch nicht anfasse, erfuhr ich bei Thomas Pany/telepolis, dass die sogenannte Zeitung Bild bei den in unserer Verfassung nicht vorgesehenen Konferenzen der Bundeskanzlerin mit den MPs immer mit dabeisitzt. So war die Pressefreiheit eigentlich nicht gedacht, aber so ist die Wirklichkeit. Die Teilnehmer*innen dieser Konferenzen sollten darob mindestens so im Boden versinken, wie es der Linken-MP Ramelow schon tut, weil er gewollt modisch in eine umso tiefere App-Marketinggrube gefallen ist. Wer glaubt, immer noch mit dem “Lügenblatt” zusammenarbeiten zu müssen, ist noch dümmer, als die meisten Fussballvereinsvorsitzenden.
Laschets “Berater”
Etwas launig zwar, aber im Kern doch substanziell, beschreibt Werner Rügemer/nachdenkseiten, wie und von wem sich der Kanzlerkandidatenkandidat Armin Laschet beraten lässt. Das macht die vielen Pannen, die dem schon unterlaufen sind, gleich leichter verständlich.
Widerstand gegen Femizide
Das ist die gute Nachricht. Kathrin Zeiske/Jungle World interviewt Verónica Corchado, Sozialarbeiterin und Direktorin des Fraueninstituts von Ciudad Juárez. Das Gute ist, dass in dieser verrufenen Stadt kommunale Widerstandsstrukturen gegen die männlichen Serienmörder aufgebaut werden. Davon wird die ganze Welt lernen können. Und müssen.