Die Wirtschaftskriminalität trifft sich zur Geldwäsche in der Immobilienbranche
Fangen wir mit den guten Nachrichten aus der Welt des Kapitals an. Ein grosser Vernichter von Artenvielfalt, Klimaschädling, weltweiter Enteigner von Bäuerinnen (Männer mitgemeint) und Bekämpfer zahlreicher “Volksgesundheiten” schreibt grosse Verluste: der Bayer-Konzern. Schuld daran ist das Rechtssystem des Machtzentrums des globalen Kapitalismus, der USA. Dort ist also auch nicht alles schlecht. Nicht wenige meinen ja, dass Bayer als Repräsentant von “German Silly Money” sich nach Strich und Faden hat reinlegen lassen, beim Erwerb der vergifteten heissen Kartoffel Monsanto. Ich würde zusammenfassen: ob bösartig oder doof, auf jeden Fall eine gerechte Strafe.
Die zweite supergute Nachricht des Tages ist, dass der Kelch Olympischer Spiele 2032 an unserer Region vorübergeht. Und das nicht, wie es ihr Amtseid verlangen würde, weil unsere Landespolitiker*innen und Oberbürgermeister*innen uns vor dem Schaden bewahrt hätten. Sie hätten ihn uns zugefügt. Wenn es nach den hiesigen Provinzler*inne*n gegangen wäre, hätte die nach der Fifa weltweit zweitgrösste Mafiaorganisation der Welt, das IOC, die öffentlichen Kassen unserer Region ausgesaugt, um das Kapital in grossindustrielle Kassen (Medienkonzerne, Grosssponsoren, Bauindustrie, etc. etc.) rauschen lassen, auf Nimmerwiedersehen. Dieses Schicksal steht nun dem vom Klimawandel gequälten und von neoliberalen Klimawandelleugnern regierten Australien bevor. Auch so eine Art “gerechte” Strafe.
Eine in meinen Augen ambivalente Nachricht ist eine neue Untersuchung “Projektion 2060” über das weitere Schicksal der christlichen Kirchen in Deutschland – ich wollte “Grosskirchen” schreiben, aber das stimmt immer weniger. Grosskapitalkirchen würde aber anscheinend weiter stimmen. Denn die Mitgliederzahlen sinken beständig (“nachhaltig”), das Kirchensteueraufkommen aber keineswegs. Die Kirchen werden zu Kirchen der Reichen. Ein Grossteil ihres unbeschreiblichen Reichtums ist aber noch nicht einmal das – weltweit einmalige – Kirchensteueraufkommen, das es noch nicht einmal in Italien gibt, sondern der Immobilienbesitz, wie wir in Bonn erst anlässlich der Karstadt-Schliessung lernen mussten. Ein Kaufhaus ohne Grundbesitz war für den Immobilienspekulanten Rene Benko uninteressant. Besitzerin ist die “Aachener Grundvermögen”, in der die Katholische Kirche ihren Grundbesitz gebündelt hat. Die ist in fast jeder deutschen Innenstadt anzutreffen, dort wo bisweilen ein Quadratmeter den Wert eines Einfamilienhauses hat.
Solche Gewinnspannen ziehen wie im Mittelalter alle zwielichtigen Charaktere an – vom Hexenverbrenner bis zum Drogendealer. Als kürzlich 16 Tonnen Koks im Hamburger Hafen beschlagnahmt wurden, hiess es, dass wahrscheinlich weit weniger als 10% der im Handel befindlichen Mengen von den Behörden “erwischt” würden. Diese 16t sollen einen Strassenverkaufswert von 1,5 – 3,5 Mrd. haben. D.h. bis zu 35 Mrd. sind im Wirtschaftskreislauf. Und wo gehen die hin, wenn das Zeug an die Abhängigen verkauft ist? Na klar, in Immobilien, wie die von Benko, der Aachener Grundvermögen, gerne auch Aktienanlagen der Vonovia oder der Deutschen Wohnen, oder halt als Direktinvestition, wie es z.B. Jens Spahn und sein Gatte machen. Seine Reaktion zeigt wunderschön im Pinscherformat, wie unangenehm allen Täter*inne*n dieser Branche “zuviel” Öffentlichkeit ist. Sie blasen die Preise und Mieten auf, leeren die Städte von dem armen Gesocks, das sich die Mieten nicht leisten kann. Und sorgen dafür, dass sich die systemrelevanten Niedriglöhner*innen in dichtgedrängten Wohnungen und Verkehrsmitteln das Virus holen. So weit die schlechten Nachrichten.
Helfen dagegen strengere Strafgesetze? Nein, die sind diesen Täter*inne*n egal (s.o. Bayer). Sie erfüllen ja nur die Gesetze des Kapitals. Die müssen geändert werden. Grund und Boden sind nicht produzierbar, und darum völlig ungeeignet für Privatbesitz. Er sorgt für “leistungsloses” Einkommen. Ja, auch ich träume davon. Das ist der Trick, wie beim Lottospielen. Die Alternative wäre Intelligenz.