Im Fussball war das meiste früher besser: Alfred Preissler & Horst Trimhold
Diese Woche ertappte ich mich dabei, dass die Champions League und die Europa League ihr Viertelfinale spielten. Und ich habe nicht nur nichts gesehen; es interessierte mich auch nicht. Der einst profitträchtige Verkauf ans Pay-TV rächt sich jetzt angesichts verschlossener Fussballkneipen grausam: die teuersten Fussball-“Events” verschwinden in einem grossen dunklen Aufmerksamkeitsloch und werden der Vergessenheit übergeben. Hier soll es um welche gehen, die nicht vergessen sind.
Ich war noch nicht auf der Welt als der BVB 09 Borussia Dortmund (noch ganz ohne “KGaA” und “AG”) zum ersten Mal an den Blauen vom S04 vorbeizog. Alfred Preissler war dabei. In der generationenübergreifenden Erinnerung der Fussball-Philosophie-Geschichte entpuppte er sich als ernsthafter Konkurrent von Sepp Herberger, der ihn nicht so gerne und darum nur ganz selten für die Nationalmannschaft nominierte. Zu Unrecht. Roland Zorn/FAZ erinnert daran, dass Preissler jetzt 100 wäre.
Mit 80 Jahren hat sich traurigerweise Horst Trimhold zu ihm auf den Weg gemacht. Trimhold hat, wie später noch sein jüngerer Bruder Holger, ebenfalls ein Techniker, der dem Ball sein Freund war, hat den sportlichen Ruhm des ETB SW Essen mitbegründet, der “Lackschuh”-Rivale von RW Essen. SW Essen hat es nie in die Bundesliga geschafft, war aber beständiger Talentlieferant für den VfL Bochum und den Wuppertaler SV (zu seinen besseren Zeiten).
Während Preisslers BVB jedes Jahr Champions League spielen muss, um nicht pleite zu gehen, spielt der ETB 5. Liga, und ist dort nicht minder permanent pleitebedroht. Bei Borussia Mönchengladbach kennen wir das nicht, selbst jetzt nicht.