Und die Probleme emanzipatorischer Medienarbeit
In meinem Freundinnenkreis (Männer nicht mitgemeint) gibt es keine zwei Meinungen über die Schauspielkunst von Maria Furtwängler, als Tatort-Kommissarin und in anderen Rollen. Meine Freundinnen sind ausserdem fast einhellig der Meinung, sie sei “zu blond”. Dem stehe ich persönlich eher neutral gegenüber. Wie komm’ ich drauf? Achso, ihr Mann.
Der kleine Burda ist als Verleger ein ganz Grosser. Sein Vermögen wird mit 3,7 US-$ angegeben. Eine Scheidung wäre also ganz schön teuer. Für ihn. Letztens war der Böhmermann gemein zu ihm, Ich hatte es schon wieder vergessen. Um im Pandemiealltag nicht depressiv zu werden, ritualisiere ich meine Tagesabläufe. Teil des Rituals ist das lineare TV-Glotzen. Bei Böhmermann freitags schlafe ich dann, unabhängig von der inhaltlichen Qualität, immer ein. Da es letztens um Druckwerke ging, die ich noch nicht mal beim Arzt oder Friseur anfasse, bin ich umso schneller eingenickt.
Die Kolleg*inn*en von uebermedien hatten Böhmermanns Redaktion bei der Recherche unterstützt, und vermarkten darum gerne Burdas Aufmerksamkeit erhöhende Reaktionen. Da muss die Furtwänglerin wieder einiges an Charity vollbringen, um es vergessen zu lassen.
Die Kollegen von uebermedien haben auch einen weit wichtigeren Text: über das rückstandslose Versickern des “BAMF-Skandals”, der zwar vom Seehofervollhorst initiiert worden war, bei dem aber die Mehrheit deutscher Medienkonzerne begeistert und dankbar mit aufgeblasen haben, zum Zwecke der Förderung von Rassismus und Rechtsverschiebung politischer Diskurse. Diesen aufklärerischen Text haben die von uebermedien leider in ihre Paywall eingemauert. Bei ihnen ist es Sitte, sie nach einer Woche zu öffnen. Ob ich mich dann noch besser dran erinnere, als an Böhmermann vom letzten Freitag?