Wundersame Bahn LXV
Morgen wird mein Vater in Essen 89. Ein guter Grund mal wieder Bahn zu fahren. Das Ticket besorge ich mir – immer wieder gern – bei einem richtigen Menschen, an der Fahrkartenausgabe im Bahnhof Beuel. Er ist jetzt definitiv der Letzte. Denn der arme Pächter des Zeitschriftenladens hat aufgegeben.
Ihm war in der Pandemienot niemand mit der Miete entgegen gekommen, wurde mir berichtet. Er hat am Adenauerplatz einen besseren Standort gefunden. In Wahrheit hätten sie ihn dafür bezahlen müssen, dass er in diesem Bahnhof ausharrte, und allein durch seine Gegenwart Sicherheit und Service produzierte.
Dass das in Zukunft Kameras tun sollen – nein, ich reg’ mich nicht mehr auf.
Beeindruckend dennoch: die Risse in der Decke der verbliebenen Bahnhofshalle. Schauen Sie mal rauf, optisch sehr beeindruckend. “Sicherheit” ist sicherlich was Anderes.
Noch doller: die Plakate, die den ehemaligen Zeitschriftenladen zukleben. Sie werben für “Mein EinkaufsBahnhof – immer für mich da”. Wirklich, das steht da, gehen Sie hin und schauen sich das an.
Humor haben sie bei der Bahn.