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Schwarze Adler

Am Freitag abend zeigte das ZDF die Dokumentation, auf die wir viel zu lange warten mussten: “Schwarze Adler” zeichnet die Leben und Lebensumstände, den alltäglichen Rassismus nach, den schwarze deutsche Fussballer*innen in der Nachkriegs-Bundesrepublik und im vereinigten Deutschland erlebt haben und bis heute erleben. Ob die alleinerziehende Mutter das  N…kind, nicht doch lieber weggeben wolle, was denn mal aus “so einem” Kind werden solle, der Schwarze als Attraktion auf dem Spielfeld, der die Zuschauerzahlen erhöht, den Opa mal “in echt” sehen wollte, bis zur Fußballerin Steffi Jones -schwarz und Frau doppelt diskriminiert.

Jimmy Hartwig, Erwin Kostedde, Shary Reeves und all die anderen  – viele erzählen, was die meisten schwarzen Menschen in unserer Gesellschaft erlebt haben – von den Momenten ihres Lebens, in denen sie mit Kernseife, Waschpulver oder Schlimmerem versucht haben, so weiss zu werden, wie die anderen. Von den Spielen unter Affengebrüll und von den kleinen, versteckten Anspielungen oder gutgemeinten Herablassungen. Oder wie Beverly Ranger vom Bonner SC, deren Treffer 1975 zum “Tor des Monats”  gewählt, und sie im Fernsehen wie ein exotisches Wesen vom Mars vorgeführt wurde. Ein Muss, dieser Film, der buchstäblich unter die Haut geht – egal, welche Farbe die hat. Und nach dessen Ende niemand mehr versteht, wieso diese deutsche Nationalmannschaft nicht auf die Knie geht. Grund genug dafür hätte sie.

Ein Kommentar

  1. Horst Schulte

    Den einen ist wichtig, sich gegen Rassismus zu engagieren und zu demonstrieren, anderen geht es um die Queere-Community. Da soll die Allianz Arena in Regenbogenfarben leuchten. Daneben gibt es natürlich Länder, die wir für ihren Umgang mit Menschenrechten im Allgemeinen kritisch sehen. Auch dagegen könnten Fußballer (die vorbildlichen Deutschen zumal) Partei ergreifen. Merken Sie es? Das alles überfrachtet die Möglichkeiten des Sports gewaltig. Natürlich stimmt es anderseits, dass mutige Menschen große Sportveranstaltungen für die “gute Sache” genutzt haben. Die Black Panthers wären ein Beispiel, ein weniger gutes die Terrorangriffe in München. Aber auch das war als politisches Statement gedacht. Mir wäre lieber, wir würden uns etwas besinnen und diesen Aktionismus einfach lassen.

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