Eine neue Verbindung ganz im Norden und eine Lektüreempfehlung für die weite Reise
Der mutmasslich berühmteste Bahnreisende der bisherigen Menschheitsgeschichte war Владимир Ильич Ульянов. Doch auch er musste aus einem der Legende zufolge “verplombten” Wagen aus- und nach einem Fussmarsch über Eisflächen umsteigen. taz-Korrespondent Reinhard Wolff verheisst nun in seiner fabelhaften Geschichte “Grenzüberschreitender Bahnverkehr – Auf Lenins Spuren”, dass das nach weit über 100 Jahren verbessert werden soll.
Das von Wolff gepriesene Vierschienengleis finden Sie jedoch nicht nur weit weg im Norden. Das gibts auch an meinem Geburtsort Gelsenkirchen Horst (Essener Strasse). 41 Jahre Verkehrsverbund haben noch nicht gereicht, diese Disharmonie zwischen den Weltsystemen Gelsenkirchen und Essen (fragen Sie mal die Fussballfans!) zu bearbeiten.
Um um die Ostsee Bahn zu fahren, brauchen wir hierzulande nur noch einen neuen Bundesverkehrsminister, eine klimafreundliche offensive Bahnpolitik, und schon können wir rund um die Ostsee Bahn statt Kreuzfahrtschiff fahren. Da das nicht in 24 Stunden erledigt sein wird, packen Sie sich ein paar Bücher ein.
Z.B. die von Colin Dexter über den Insoektor Morse in Oxford. Die erscheinen derzeit laut FAZ-Feuilleton (Hannes Hintermeier) in einer Übersetzungs-Neuausgabe. Ich gestehe: ich bin ein Fan der in Hintermeiers Besprechung erwähnten Verfilmung „Endeavour“ (“Der junge Inspektor Morse”, sonntags 18.45 h ZDFneo und Mediathek). Gut und zeittypisch nicht nur ausgestattet, sondern auch von einem exzellenten Ensemble gespielt. Inhaltlich macht die Reihe fühlbar, wie gross die gesellschaftspolitischen Fortschritte sind, die seitdem erreicht wurden. Ein wichtiges Gefühl zum weitermachen.