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Der Mensch als Wolf und die Wölfe

In meiner Schulklasse war etwa ein Drittel aus Kirchhellen. Ein Speckgürtel-Dorf mit ersten Anklängen ans Münsterland. Meine Mitschüler*innen von dort waren keine Bauerndeppen-Kinder, sondern hatten eher besserverdienende Eltern, die die dort verfügbaren Grundstücke zum Eigenheimbau nutzten. An eine besonders vermögende kann ich mich gut erinnern, zeitweise sass sie direkt neben mir, die hatten einen Pool im Partykeller. Wenn die Bude sturmfrei war, absolvierten wir da die eine oder andere lustvolle Orgie. Das war Kirchhellen in den 70ern.
Die Scheunenparties bei einem Bauernsohn waren auch nicht ohne, obwohl etwas einseitig alkohollastig. Ich hatte danach jeweils 15 km Heimfahrt auf dem Fahrrad vor mir, klaute am Ende der Strecke eine WAZ vom nächsten Morgen an der Strassenbahnhaltestelle, und war meistens (nicht immer) wieder nüchtern.
Jetzt haben sie da wohl Wölfe. Und die Bauerndeppen, die jetzt dort wohnen, nehmen Welpen von denen nachhause, weil sie so süss sind. So berichtet es die Heimatzeitung WAZ, selbstverständlich nur hinter Bezahlmauer. Marie Neuwald vom Nabu erklärt es im Interview mit Bernhard Wiens/telepolis: besser als mit nachhausenehmen und füttern kann mann den bösen Wolf kaum für Menschen interessieren. Wer weiss schon, wen er als erwachsenes Tier als Grossmutter auwählen wird, um sich anschliessend ein Rotkäppchen einzuladen? Kirchhellen machts möglich.
Wenn der Wolf was vom menschlichen Strassenverkehr wüsste – weiss er nicht, sonst würde er dort nicht zahlreicher sterben, als durch Abschuss – würde er sich, genügend Hirn vorausgesetzt, vielleicht angewidert abwenden. Götz Eisenberg/telepolis beschreibt Kampfszenen zwischen SUV- und Velo-Phoben Noch-Menschen. Mein Alltagsproblem damit ist, dass ich als Fussgänger lerne, dass immer mehr Autofahrer*innen aufs Fahrrad umsteigen – allerdings ihre Verhaltensweisen dabei alle beibehalten. Die würde ich alle vom Schwarzrheindorfer Rheindeich und Bröltalbahnweg gerne fernhalten.

4 Comments

  1. Helmut Lorscheid

    Solche Deppen, liebe Frau Oberbürgermeisterin, liebe Oliv-Grünen, solche Deppen brauchen dann auch einen Radschnellweg. Mir sind Bäume wichtiger.

  2. Klaus Böttger

    Kann mensch den Wölfen vielleicht beibringen bevorzugt auf Radfahrer:innen zu gehen – und Fußgänger:innen einfach in Ruhe zu lassen?

    Und: Nach 10-20 Jahren ist so ein Kellerschwimmbad fratze. Da kann mensch dann nur noch Wäsche trocknen oder Chinchillas halten… spreche aus Erfahrung… ;-)

    • Martin Böttger

      Nach meinen Recherchen ist die Erbin des Pools heute ein “hohes Tier” in der IHK, und zwar nicht nur der in einer Stadt, sondern auch da drüber. Ich bin sicher, Sie wird Mittel und Wege gefunden haben, ihren Immobilienbesitz auf dem Stand der Technik zu halten. Was sie heute da drin macht, das weiss ich nicht.

  3. andré dahlmeyer

    orgien mit und ohne wölfe. man lernt nie aus

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