Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat doch recht. Von Anfang an hat er dem Ehepaar Friedrich, die sich mit ihren IT-Millionen den Berliner Verlag billig gekauft haben, nicht über den Weg getraut. Jetzt, wo der Kommunismus in Deutschland unmittelbar vor der Tür steht, reissen sie sich ihre Maske vom Gesicht. Die zwei klügsten Männer, die die SED vielleicht jeh hatte, Michael Brie und Dieter Klein. dürfen in ihrer Berliner Zeitung einen Essay veröffentlichen: “Es gibt noch Hoffnung!” Niemand braucht ein teures Bundesamt für irgendwas mit Geheimdienst, um zu erkennen: aha, da ist sie, die rot-grün-rote Gefahr.
Der Schlusssatz von Brie und Klein ist übrigens wirklich schlecht gelungen: “Dieser Weg bedeutet auch: mehr Demokratie, mehr Solidarität, mehr Sozialismus zu wagen, ohne dabei der Freiheit den Rücken zuzukehren.” Haben Sie mitgezählt, das wievielte Rad die “Freiheit” ist? Damit ist klar: da hat keine PR-Agentur Korrektur gelesen. Update 20.9.: BDZV und CDU/CSU können sich wieder beruhigen. Die Berliner Zeitung hat den Brie/Klein-Text jetzt eingemauert.
Und damit die Agenda ja auch jede*r erkennen kann, liefert Autor Christian Bartlau an gleicher Stelle noch das Rezeptbuch aus Graz, wie Kommunist*inn*en sich beim Volk beliebt machen können: “Links statt rechts: In der Steiermark mischen die Kommunisten den Wahlkampf auf”. Im Vergleich zu dieser – mutmasslich selbstverständlich aus Moskau gesteuerten Kampagne – der kommunistischen Verleger*innen-Millionär*innen kommt die rot-grün-rote-Spekulation der taz geradezu weisenknaben- und mädchenhaft (Anna Lehmann, Stefan Reinecke) daher.
Bleiben wir lieber sachlich? Dann sind Sie und ich im Finanzressort der FAZ immer noch an der richtigen Adresse. Hinter ihrer Paywall wird gemeldet: “Bricht der Immobilienkonzern Evergrande zusammen, droht eine Kettenreaktion. Der Fall hat Xi Jinping in seinem Glauben bestärkt, dass mit freier Marktwirtschaft die Zukunft nicht zu gewinnen ist.” Tauschen Sie die Namen aus, dann hatte der westliche Kapitalismus das alles in den USA schon mal durchgenommen. Und zu Deutschland wird ganz ohne Paywall kalkuliert und durchgerechnet: “Ein großer Erfolg der Grünen allein wäre heute kein Schock mehr für die Finanzmärkte, meint Finanzfachmann Andreas Billmeier. Nur Anleihemärkte haben es am liebsten langweilig.” Aber, haha, selbst diese “Gefahr” besteht ja gar nicht.
Wenn Sie nun so wütend sind wie ich, dann empfehle ich Ihnen den bewährten Wutausbruch von Jan Böhmermann/ZDF-Magazin (video 30 min). Es geht gegen die Autogesellschaft. Ich habe gestern auf dem Rheindeich noch einen Vespa-Fahrer bekämpft. Der hat sich prompt sein Nummernschild mit schwarzem Klebeband abgeklebt. Böhmermann redet, als wäre er dabeigewesen. Hat gutgetan. Könnte das bitte jemand unserer Oberbürgermeisterin vorspielen?