Die Medien der Weltpresse haben ein Problem. Sie trauen sich nicht in den Sudan. Zu gefährlich, und auch keine Blasen für was-mit-Medien-Leute. Deutsche Korrespondent*inn*en, die, wenn sie gut sind, zumindest Quellen vor Ort haben, die sie anrufen können, müssen von Kairo aus berichten. Z.B Björn Blaschke/DLF (Audio 5 min). Heute morgen nun erreichte der DLF Volker Perthes, UN-Sondergesandter für Sudan, in Khartoum.
Volker ist in dieser neuen Rolle seit Jahresbeginn Diplomat, und muss auch so sprechen. Interviewerin Barbara Schmidt-Mattern, die ihn aus Berliner Korrespondentinnenzeit kennen könnte, wirkte gut vorbereitet und stellte die richtigen Fragen, keine doofen (das ist bei dieser Sendung eine Erwähnung wert). Als Botschaft bleibt hängen: es ist kompliziert. Es ist besser miteinander zu sprechen, als aufeinander zu schiessen. Darauf müssen sich alle Anstrengungen konzentrieren. Wenn auch der Sudan zum Spielball in der Konfrontation der Grossmächte (inkl. EU/Deutschland) wird, ist das nicht hilfreich – so wenig, wie es das schon in Syrien und Libyen war.
Die DLF-Nachrichtenredaktion hat diese Botschaft verstanden und in einer Weise gegen den Bundesaussenmiister zugespitzt, wie es Volker nicht gesagt hat. Aber abwegig erscheint es mir auch nicht.
Das Interview hatte ich in der Podcast-Liste der DLF-Sendung “Informationen am Morgen” vermisst. Der Hörerservice des Senders sandte mit stattdessen diesen Audio-Link. Das ging immerhin flott. Danke.