Mal was Sachliches zu China
“Kalibriert” sind die Linien auf dem Bildschirm des VAR, des Videoschiedsrichters im Profifussball. Der liebe Arnd Zeigler hat das bis zum Exzess erläutert, dass es auch die Dümmsten verstehen. Dass jedoch nicht diese Linie entscheidend ist, sondern wann sie angelegt wird – es muss im Moment der Ballabgabe sein, aber wann ist der? – das müsste darüber entscheiden, ob es Abseits war oder nicht. Und dieser Moment ist wunderbar manipulierbar. Das Auge des Bildschirmglotzers merkt nichts. Das ist mein Geheimwissen – bitte nicht weiterverraten ;-)
Isabella Weber ist eine Ökonomin und Wissenschaftlerin, die sich in der politischen Analyse da nichts vormachen lässt. Sie kennt den Unterschied von Neoliberalismus und Marktwirtschaft, sie hat einen Begriff von Arbeiter- und herrschender Klasse. Und ist frei von sozialistischem Bibelglauben. Was sie zur neueren chinesischen Geschichte und ihrer Klassenkämpfe zu sagen hat, ist erneut spannender als der Tatort.
Die herrschende Klasse ist in China zwar so wenig demokratisch gewählt wie hier. Aber sie ist weltzugewandt, interessiert sich für ferne Länder, und studiert aufmerksam, was dort vorgeht. Das unterscheidet sie in allen genannten Punkten von den hiesigen Herrschenden, zu meinem Bedauern. Die DDR, und alles, was aus der Sowjetunion geworden ist, lässt die herrschenden Chines*inn*en bis heute nicht los, während hierzulande dazu Bewusstlosigkeit vorherrscht. Dokumentiert in der aktuellen Koalitionsvereinbarung.
Die Kolleg*inn*en von Jacobin (Interview: Daniel Zamora Vargas; Übersetzung: Thomas Zimmermann) machen den deutschsprachigen Massenmedien vor, wie einfach es ist, ein differenziertes Chinabild zu zeichnen und zu diskutieren. Weitab von Vorkriegspropaganda oder epigonaler Verehrung. Geht doch. Danke.
Ehlers zu Russland und Belorussland
Dito der alte Kai Ehlers. Was ist so schwer daran? Hat die deutsche Impfdebatte die Hirnwindungen verstopft?