Und Kanzler der Krone
Zwei Texte verdienen noch Ihre Aufmerksamkeit, bevor es gleich zum “Topspiel der Woche” vor 15.000 Zuschauer*inne*n in einem 80.000er-Stadion geht. Ich kenne sogar einige persönlich, nicht nur Frauen, die sollen bei dem militaristischen TV-Zuschauerinnen-Magneten “Zapfenstreich” mit der Frau Merkel die eine oder andere Träne der Rührung verdrückt haben. So, wie ich auch Menschen kenne, die einen Lambsdorff, ja sogar einen Laschet der künftigen Bundesaussenministerin vorziehen würden. Aber Mutti?
Thomas Fricke, ehemaliger Financial Times Deutschland und heutiger Spiegel-Kolumnist liefert eine astreine materialistische Analyse, warum Mutti im Kern, beim ökonomischen System keine Sozialdemokratisiererin, sondern die wahre Erbin Margaret Thatchers war. Medienstrategisch aussergewöhnlich klug modernisiert, mit einem cleveren Verständnis von politischer Arbeitsteilung, hat sie die Reichen so reich wie nie zuvor gemacht und das Land in fast allen wichtigen Disziplinen zurückfallen lassen. Gut, dass sie endlich geht. Ob es besser wird, bleibt offen: möglich, aber nicht sicher.
Der Kanzler der Krone
Nein nicht Olaf. Viel kann mann dem vorwerfen, aber das – vorläufig – nicht. Nein, der junge österreichische Charakterzwerg ist gemeint. Der Zwergstaat Österreich funktioniert so, wie es sich der Axel-Springer-Verlag seit 1949 für die BRD auch wünscht, aber nur zeitweise geschafft hat: die Regierungsgewalt in Verlagskonzernzentralen zu verlegen. Bekanntlich geht es dort viel effizienter und entscheidungsfreudiger zu, jedenfalls für die, die das Kommando haben. Führerprinzip, Sie wissen schon.
Modernisierung
Den besten Modernisierungsvorschlag für diese Republik macht wieder der Herr Böhmermann. Aber wäre das noch Doitschland? Ein Gesetz abschaffen, aus der Zeit des Führerprinzips, das bis heute alle Wandel der Zeiten überlebte? Die Hohenzollern wären bestimmt dagegen.