Export aus dem Rheinland: erreicht Berlin Bensberg-Niveau?
In dieser Zeit der seltenen guten Nachrichten bleibt eine gute Küche eine der letzten Gelegenheiten, Stimmung aufzuhellen und das Schöne des Lebens wieder in den Vordergrund zu rücken. Während der gesamten Pandemiezeit war es für mich persönlich ein Anker für das Wohlbefinden und die Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen. Darum habe ich eine Lobeshymne zur Wiedereröffnung eines Berliner Restaurants in der Berliner Zeitung (seit 7.12. digital eingemauert) mit Interesse gelesen.
Der mutige Chef heisst Dennis Melzer, und hat als Souschef im Vendôme, “dem gefühlt immer noch besten deutschen Restaurant” bei Joachim Wissler gearbeitet und mutmasslich eine Menge gelernt. Was die Autoren der Berliner Zeitung, Maximilian Both und Jesko zu Dohna, in ihrer Hymne beschreiben, erinnert mich in vielen Kleinigkeiten an meine wenigen eigenen Vendôme-Besuche in Bensberg. Zweifellos fliesst auch reichlich lokalpatriotisches Berlin-Marketing ein.
Wenn also Berliner*innen hier mitlesen: ich würde mir einen kritischen Korrespondent*inn*enbericht wünschen.
Wo wir gerade bei diesem wichtigen Thema sind: im aktuellen Slowfood-Magazin geht es um eine Genussreise nach Hamburg.
Lesen Sie ergänzend auch dieses telepolis-Interview mit dem Chefredakteur des österreichischen Falter Florian Klenk zum Gegeneinanderhetzen von Stadt und Land, und wie er das mit dem pleitebedrohten Bergbauern Christian Bachler gewendet hat.