Gut oder schlecht? Omikron beschleunigt alles
Am Wochenende wunderte ich mich über einen Sportschau-Bericht vom FA-Cup in England. Während in London die 7-Tage-Inzidenz über 1.600 lag, spielte Westham gegen Leeds (2:0) in einem zwar nicht vollbesetzten überdimensionierten Olympiastadion, aber vor eng besetzten Zuschauerblöcken, während andere Blöcke leer blieben. Distanz ist was Anderes. Boris Johnson soll derweil weiterhin Parties feiern. Ist den Engländern also mittlerweile alles egal? Nach dem Motto: das Virus kriegt uns alle?
Das jedenfalls wird jetzt herrschende Meinung in den USA. die US-Regierung hat zwar wie die EU den Weltmarkt an Impfstoffen leergekauft. Impfen lassen haben sich aber nur 63% der US-Bürger*innen. Zahlenmässig entsprechen die Anderen ziemlich genau dem fortdauernden Anhang eines gewissen Trump. Wenn die statt zum Impfen zum Wählen gehen, und die Anderen nicht, können sie weiterhin Wahlen gewinnen.
Spanien dagegen hat eine “linke”, naja eher sozialdemokratische, Regierung und verfährt – bei exzellenter Impfquote (80%) – ganz ähnlich wie die rechtskonservative der Briten. It’s the economy, stupid!
Nur zum Vergleich: in Bonn sind derzeit knapp 85% vollständig geimpft, 55% sind “geboostert”. Corona-Todesfälle wurden in Bonn bis heute 305 gezählt, in den USA über 800.000.
Mit dem Virus im Krankenhaus waren in Bonn gestern 48 Menschen, 5 weniger als vorige Woche. Wäre schön, wenn das ein gutes Zeichen ist. Denn die 7-Tage-Inzidenz nähert sich auch bei uns jetzt der 400. Der Anstieg hierzulande dürfte sich noch einige Tage fortsetzen, um die statistischen Erfassungsmängel während der vergangenen Feiertage aufzuholen.
Deutschlands Medien beschäftigen sich statt mit diesen zweifellos problematischen Fakten, womöglich gar dem Mangel an Pflegekräften, lieber mit dem Popanz “Impfpflicht” – und das viele Monate. So ist für Ablenkung gesorgt.
Zur Erinnerung: die Omikron-Variante ist seit November weltweit bekannt, zuerst identifiziert in Südafrika. Nur wer sucht, testet und forscht, findet auch.