mit Update nachmittags

Die Linke, besonders in Deutschland, liebt es, sich zu zerlegen. Noch mehr als im Fussball ist sie international favorisiert als Weltmeisterin im Beleidigtsein. Und im Beleidigen. Das macht weder Lust noch Spass, befördert aber das Leiden und das Selbstbild der Märtyrer*in. Ich persönlich kann auf all das gut verzichten. Nicht verzichten mag ich auf Streit in der Sache – bei Respekt gegen die (andersdenkende) Person. Es ist immer eine Gratwanderung.

Meinen Standpunkt schreibe ich selbst. Ich verlange ihn nicht von anderen Autor*inn*en, noch weniger von Kommentator*inn*en. Wer schreibt, stellt sich immer selbst in den Wind. Und blamiert sich ggfls. selbst. Ich habe einen Widerwillen dagegen, das weg zu zensieren. Ich gehe von Leser*inne*n mit eigener Urteilskraft aus, weil ich die immer auch für mich beanspruche.

Wo ist die Grenze? Wo beginnt Trollerei? Die Grenze sind geltende Gesetze, die Repektierung der Grund- und Menschenrechte als Basis jeden Streits. Wer als erwachsener Mensch wie ein krakeelendes Kind kommentiert, übertritt meine Toleranzgrenze nicht, macht sich allerdings selbst erkennbar. Die*Der Leser*in entscheidet selbst, ob sie*er einen Bogen um solche Leute macht.

Ich will und kann nicht ausschliessen, dass ich mich selbst in Einzelfällen eines Besseren belehre …

Hier also weiterer Stoff

Ich habe selbst Fussball (und “Wilder”) geglotzt. Das Maischberger-Spektakel (WDR zahlt dafür, nicht wenig) habe ich mir erspart. Marlen Hobrack/Berliner Zeitung nicht. Die Arme, sie braucht wohl Geld.

Erfreut habe ich mich lieber an Friedrich Küppersbusch, der wohl weder mit Andrij Melnyk noch mit Wolodymyr Selenskyj jemals Freundschaft schliessen wird. Stattdessen verteidigt er mit Zähnen und Klauen (und fitten Rechercheur*inn*en in seinem Team) die Überreste von unabhängigem Journalismus. Danke.

Und wenn Sie das hier wichtig finden, dann lesen Sie lieber woanders weiter.

Update nachmittags

Jörg Kronauer/Junge Welt vertritt eine These, die ich, auch wenn ich seine Weltsicht oft nicht teile, kaum abstreiten kann: Atlantik ohne Graben – Russlands Krieg gegen die Ukraine wird allem Anschein nach das Bündnis der USA mit der EU vertiefen – auf allen Ebenen: politisch, ökonomisch, militärisch”. Verschwörerisch weitergedacht ergeben sich Fragen, wie: ist Putin ein US-Agent? Ergäbe nicht wenigstens das eine gute Begründung für seinen Sturz? Und was machen “wir” mit “unseren” EU-Spitzen in “unserem” Orwellisium, in dem ein Viktor Orban seine Wahl in der Rolle des “Friedensengels” gewann?

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net