Mit der Überschrift meine ich nicht Frankreich. Obwohl … dort sogar ein linker Wahlsieg möglich gewesen wäre. Rechnerisch hätte die Herde linker Kandidat*inn*en, vereint auf eine Person, gestern den ersten Platz machen können. So eine Konstellation würde mobilisierend wirken, die Wahlbeteiligung eher steigen, als wie gestern sinken. Aber der Staat wird bestehen bleiben, mit Wahrscheinlichkeit (ungleich: Sicherheit!) unter “bewährter” neoliberaler Führung. Die grössere Gefahr wird hier weitgehend ignoriert.

Pakistan. Der Präsident wurde soeben gestürzt. Die alten abgewirtschafteten Mächte waren nie weg und kommen zurück. Michael Maier/Berliner Zeitung schreibt darüber eher wirr, und mit der deutschtypischen Putin-Fixierung. Was mich alarmierte war, was er in der aussenpolitischen US-Fachzeitschrift gelesen hat: “Foreign Policy schreibt, das ökonomische Modell Pakistan sei ‘dysfunktional’ – gleichgültig, wer gerade an der Macht sitzt. Das Land könnte sich demnach auf dem Weg zu einem ‘failed state’ befinden.” Pakistan ist nicht Somalia, sondern Atommacht in beständiger Konfrontation mit dem hindunationalistisch (von Salman Rushdie, Arundhati Roy und vielen anderen klugen Köpfen schon lange als “hindufaschistisch” charakterisiert) regierten Indien, ebenfalls Atommacht.

Und was machen in dieser brenzligen Politikkonstellation all die “wertegeleiteten” Aussenpolitiker*innen und freiheitlich-demokratischen Rüstungsfabrikant*inn*en? Üben Sie sich etwa in Reise-Pendel-Diplomatie und Konfliktvermittlung? Versuchen sie irgendjemanden der Beteiligten zu beruhigen und mit Angeboten, die sie nicht ablehnen können, zur Vernunft zu bringen? Das kommt wohl auf den Betrachtungswinkel, und wie immer in der Politik, auf das jeweilige Interesse an. Haben Sie Rüstungsaktien? Dann Glückwunsch, jedenfalls, wenn Sie das gesund überleben.

Was juckt es uns, wenn die sich mit Atomwaffen beballern? Haben wir nicht auch Tschernobyl überstanden? Ist doch weit weg. Nun ja, das waren all die Atomversuche im vorigen Jahrhundert auch, die meisten im Pazifischen Ozean und in Kasachstan. Und hier dazu die Krebstodvorhersage. Ist kein schöner Tod.

Die gute Nachricht: meine alte Schule ist neu, und schneller (!) fertig als geplant

Mal kein Bauskandal aus meiner alten Ruhrgebietsheimat Gladbeck. Hier sehen Sie meine alte Schule. Im Vordergrund rechts die Turnhalle, links eine Veranstaltungshalle, die es zu meiner Zeit noch nicht gab. Das Runde auf dem Schulhof, da stand zu meiner Zeit ein rechteckiger überdachter Fahrradabstellschuppen, unbewacht natürlich. Im Hintergrund das eigentliche Schulgebäude in Plattenbauweise, der flachere Teil in der Mitte diente als Pausenhalle, für die Säle (Kunst, Physik usw.) und als Verwaltungstrakt (Lehrerzimmer, Direx, SV usw.). Ganz unten rechts im Schulgebäude übrigens die Toiletten, die ich schon damals in meiner Schulzeit (bis 1976), mit starker Blase ausgestattet, immer nur zum Pfuschen betreten habe.

Und nun, nicht zu fassen, ist das neue Gebäude fertig (hier, in der WAZ-Paywall der Gebäudeteil im Vordergrund). Vor der Zeit. Einziger Makel: reich damit macht sich der ACS-Konzern, dem Hochtief gehört. Und dem sitzt Florentino Peréz vor, dem absolut nichts Gutes zu wünschen ist. So ist das mit der Macht im freien EU-Europa.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net