Sie ist heute aus der Türkei

Deutsche Medien versorgen die Öffentlichkeit nur ungern mit guten Nachrichten. Unprofitabel. Und könnten die Leute auf dumme Gedanken bringen. Selbstbewusstsein kann Beherrschte übermütig machen. Stellen Sie sich nur vor, deutsche Liberale und Linke würden urplötzlich so vernünftig, wie die in der Türkei – was könnte da alles passieren? Würden am Ende sogar Volksentscheide umgesetzt? Nur ruhig bleiben, ich übertreibe.

Aber dass die demokratischen Kräfte in der Türkei, einem immer wichtiger werdenden strategischen Faktor zwischen Ost, West, Nord und Süd, sich gegen den Diktator Erdogan zu einem Wahlbündnis zusammengefunden haben, das ist bitter notwendig. Jürgen Gottschlich/taz beschreibt die damit verbundenen Schwierigkeiten und Probleme:Vor den Wahlen in der Türkei: Geeint gegen Erdoğan – Nach heftigen Konflikten hat sich die Opposition in der Türkei doch noch auf einen gemeinsamen Herausforderer von Präsident Erdoğan geeinigt.”

Damit sind die Wahlen im Mai noch nicht gewonnen. Jederzeit ist Erdogan zuzutrauen, einen Krieg vom Zaun zu brechen (Syrien, Griechenland, Zypern egal), sie auszusetzen, Kriegsrecht zu verhängen etc. Oder mit Illegalisierungen wie gegen die HDP oder Ekrem Imamoglu Wahlkampf und Wahl zu verfälschen. Es wird so oder so grosse Hürden für die türkischen Demokrat*inn*en geben. Umso wichtiger ist internationale Solidarität mit ihnen.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net