Die re:publica holt sich Thomas Knüwer
Ein Angebot, das mann nicht ablehnen kann? Die re:publica ist seit etlichen Jahren das hierzulande wichtigste politische Kongress-Ereignis. Die unternehmerische, diskursive und politische Leistung ihrer Macher*innen und die Risikobereitschaft ihrer Gründer*innen kann kaum überschätzt werden. Sie haben sich nun Thomas Knüwer geholt.
Den kenne ich nicht persönlich, lese ihn aber schon so lange, dass es in mir das subjektive Gefühl erzeugt, zumindest seine Denke zu kennen. Erstmals aufgefallen war er mir, als ich noch das Handelsblatt las. Zum Pendeln von Düsseldorf nachhause lieh ich es mir immer in der Pressestelle der Grünen NRW-Landtagsfraktion aus, und brachte es am nächsten Morgen zurück. Ob es noch irgendjemand anderes gelesen hat? Eher nicht.
Bei dieser Lektüre fiel mir Knüwer auf. In dem knochenkonservativen Umfeld, in ökonomischen Fragen meistens neoliberal verblendet, zündete er eine Autorenkerze an. Er kapiert(e) nicht nur die IT-Entwicklungen und ihre politische Relevanz. Er hatte auch selbst die eine oder andere gute Idee. Letzteres ist vermutlich auch der Grund, warum die re:publica ihn angeworben hat.
Seine Managementqualitäten, die er an dieser Arbeitsstelle brauchen wird, kenne ich nicht. Aber von seiner Analyse- und Formulierungsfähigkeit profitiere ich als Leser. Darum hoffe ich, dass Knüwer weiter bloggt. Besonderen Respekt nötigen mir alljährlich seine “Glaskugellesereien” ab, in denen er auch immer selbstkritisch mit seiner eigenen Prophetenkraft abrechnet. Es sind nicht Viele, die sich das trauen.
Also an alle Beteiligten: weitermachen! Und viel Glück bei der Wohnungssuche! Wir werden es brauchen.
PS: Die re:publica hat nur einen entscheidenden Nachteil. Statt im grössten urbanen Ballungsraum der Republik findet sie immer an ihrer östlichen Peripherie statt, ist also für Menschen mit anwachsender Bahnreisen-Allergie unerreichbar. Eine “agile” medienkompetente Landesregierung hätte sie längst abgeworben. Stattdessen freut sich der WDR-Rundfunkrat jedes Jahr, dass er mal raus aus seinem Stall kommt.

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